Yvonne, die Burgunder­prinzessin

von Witold Gombrowicz
Schauspielhaus
Premiere 16. Januar 2021
TEAM
Bühne: Raimund Orfeo Voigt
Mitarbeiter Bühne: Andrej Rutar
Kostüme und Choreographie: Matija Ferlin
Musik: Malte Preuss
BESETZUNG
Manja Kuhl (Yvonne)
Peter Schröder (König Ignaz)
Katharina Linder (Königin Margarethe)
Torsten Flassig (Prinz Philipp)
Christoph Pütthoff (Kammerherr)
Stefan Graf (Cyrill)
Max Böttcher (Valentin)
INHALT
Yvonne schweigt. Und gerade durch ihr Schweigen provoziert sie andere zum Handeln. Für den Prinzen eines imaginären Puppenstaats wird sie zum Objekt der Begierde. Zum Schrecken des Hofes verkündet der Thronfolger seine Verlobung mit der jungen Frau ohne Stand und Ansehen. Eine Handlung aus Edelmut, aus Mitleid, aus Hohn? Gar eine verkappte Kritik an der Hofgesellschaft? Niemand weiß es. Der Prinz weiß es selbst nicht. Yvonne schweigt. Sie tut alles, was man von ihr verlangt. Und je länger sie schweigt, desto mehr sprechen die anderen. Je länger sie zusieht, desto abgründiger werden die Taten derer, auf die ihr Blick fällt.
Witold Gombrowicz’ berühmtes Theaterstück von 1935 ist ein in sich selbst gekehrter Spiegel, der auf radikale Weise Sinnstiftung von uns fordert und zugleich verweigert. Wie wenige andere Werke ist es daher zu einer Projektionsfläche gesellschaftlicher Sinnbedürfnisse geworden, in der sich im Laufe der Aufführungsgeschichte immer wieder die Präsenz des Zukünftigen in der Gegenwart abgebildet hat. Mateja Koležnik stellt sich mit dieser Inszenierung erstmals in Frankfurt vor.
Augenscheinlich muß man jemand viel Schlechteren ausfindig machen, um das Bessere in sich zu erkennen.