Foto: Alexander Paul Englert
Das traditionsreiche Schauspiel Frankfurt ist das größte Sprechtheater in der Rhein-Main Region und als überregional profilierte Bühne auch deutschlandweit viel beachtet. 2017/18 übernahm Intendant Anselm Weber zusammen mit seiner Stellvertreterin und Chefdramaturgin Marion Tiedtke die Führung des Hauses.

Ausgehend von dem WIR, das mit einem Wort das Motto der ersten Spielzeit beschreibt, richtet sich der Blick der Saison 2018/19 auf das, was uns in den vergangenen 70 Jahren geprägt hat: Welche Umbrüche gab es, die seit der Verabschiedung des Grundgesetzes im Jahr 1949 stattfanden? Und welche Auswirkungen haben diese auf unsere Gegenwart: Wie sind wir geworden, wer wir sind?

24 neue Stücktitel, davon 14 Premieren, 2 Deutschsprachige Erstaufführungen, 1 Deutsche Erstaufführung und 9 Uraufführungen, sowie 20 Titel im Repertoire prägen den vielfältigen Spielplan der Saison 2018/19. In den vier Spielstätten – Schauspielhaus, Kammerspiele, Box und Bockenheimer Depot – bringen renommierte Regisseure wie Ulrich Rasche, Luk Perceval, Andreas Kriegenburg, Roger Vontobel, Jan-Christoph Gockel, Robert Borgmann, David Bösch sowohl Klassiker als auch zeitgenössische Dramatik von Lutz Hübner und Sarah Nemitz, Ewald Palmetshofer, Jan Neumann oder Konstantin Küspert auf die Bühne.

Mit der Spielzeit 2017/18 startete das Schauspiel Frankfurt sein bisher größtes kulturelles Bildungsprojekt. »All Our Futures« gibt 180 Jugendlichen aus drei Stadtteilen über drei Jahre hinweg die Möglichkeit, Modelle des Zusammenlebens zu befragen und zu entwerfen. Neben dem groß angelegten Stadtprojekt erweitern Performances, Workshops und Gespräche das Angebot für Jugendliche im Jungen Schauspiel Frankfurt.
 
Mit der über drei Jahre konzipierten Serie »Stimmen einer Stadt« entsteht ein dramatisches Kaleidoskop von Frankfurt durch 3 x 3 Uraufführungen mit jeweils drei Autoren, welche die Lebensläufe realer Personen in dieser Stadt poetisch überschreiben. In der Spielzeit 2018/19 schreiben Martin Mosebach, Thomas Pletzinger und Antje Ravik Strubel zum ersten Mal für das Theater je ein Monodrama für das Schauspiel Frankfurt.

Neben den Produktionen schafft das Schauspiel Frankfurt in der BOX und im Chagallsaal mit der Reihe der X-Räume Orte für Begegnungen, Diskussionen und Werkschauen, bei denen sich Künstler_innen präsentieren, Zuschauer nachfragen und Bürger_innen der Stadt ins Gespräch kommen. Sie dienen als Plattform für die Suche nach der Frage: Wie sind wir geworden, wer wir sind?

Gibt es Werte, die Umbrüche überleben? Gibt es ein tradiertes Recht, das trotz massiver gesellschaftlicher Einschnitte noch unsere Gegenwart trägt? Das reflektieren Philosoph_innen, Jurist_innen, Soziolog_innen und Autor_innen in unserer Redenreihe DENKRAUM: Verfassung_aber wie? Welche Umbrüche machen eine Biografie aus? Das fragen wir unsere Schauspieler_innen anhand ihrer Leidenschaften im FREIRAUM. Welche Umbrüche haben sich in einer Stadt wie Frankfurt in den letzten 70 Jahren ereignet? Das erforschen unsere Regieassistent_innen als zukünftige Theatermacher_innen im SPIELRAUM.

Im Rahmen des 2017 eingeführten »Studiojahr Schauspiel« absolvieren acht Schauspielstudierende der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt ihr drittes Ausbildungsjahr am Schauspiel Frankfurt.