Kollaborationen für radikale Vielfalt

Im Jugendclub gibt es unterschiedliche Projekte und Programme für alle Theaterfreaks zwischen 14 und 25 Jahren. Du triffst Menschen, die anders ticken, andere Sprachen sprechen, ganz unterschiedliche Fähigkeiten haben, aber genauso neugierig auf Theater sind wie du. Du erforschst Freiräume und lotest Grenzen aus. Du kommst ins Gespräch mit Künstler_innen, bist nah dran am Bühnengeschehen, oder füllst die »Open Stage« mit Deinen Themen! Du brauchst keine Vorerfahrung, Sprachbarrieren sind kein Problem. Einsteigen ist jederzeit möglich. Teilnahmegebühr: 20€ für eine Spielzeit.
Kurz & knackig? Intensiv & ausgiebig? Oder erst Mal reinschnuppern? Hier kannst zwischen ganz unterschiedlichen Formaten wählen!

Spielprojekte

Premiere verschoben!

Neuer Termin: 06. November, 20 Uhr Kammerspiele
RUND ODER SPITZ. WELTORDNUNGEN
Neun der zehn Spieler_innen aus dem Ensemble »Rund oder Spitz.Weltordnungen«

JUGENDTHEATERPROJEKT NACH B. BRECHTS »DIE RUNDKÖPFE UND DIE SPITZKÖPFE ODER REICH UND REICH GESELLT SICH GERN«
Jugendperformanceprojekt von Martina Droste und Ensemble
Ab 14 Jahren

Das Einteilen von Menschen zum Zweck der Abwertung, des Ausschlusses und der Unterdrückung ist Teil einer hierarchischen Ordnung der Welt. Wie funktioniert Rassismus und warum? In seinem »Greuelmärchen« von den Rundköpfen und den Spitzköpfen stellt Brecht seine Antwort auf die Frage gleich an den Beginn: „Es ist der Unterschied zwischen arm und reich“. Diese These will er mit seiner »Parabel auf die Welt« begründen. Ausgangspunkt ist eine Wirtschaftskrise im fiktiven »Staat Jahoo«. Die Herrschenden setzen einen Diktator ein, der die Gesellschaft gezielt spaltet, um eine soziale Revolte der verarmten Bauern, die keine Pacht mehr zahlen, niederzuschlagen. Ein inklusives und vielsprachiges jugendliches Ensemble folgt Brecht in Teile seiner Versuchsanordnung. Mit Elementen aus Brechts »Lehrstück-Methode« stürzen sich die zehn Spieler_innen lustvoll in Bilder und Figurenkonstellationen, lassen sich von den Texten und einem Rhythmus treiben, der sie zu ständigen Perspektivwechseln zwingt.Eigene Erfahrungen und Grundmuster von Rassismus in der Kunstwelt Jahoo reiben sich aneinander auf der Suche nach Gemeinsamkeiten in der Vielheit.

Konzept und Regie Martina Droste Bühne und Kostüme Michaela Kratzer Dramaturgische Mitarbeit Gottfried Kößler Komposition und Sounddesign Ole Schmidt

Mit Ayse Alatas, Chaula de Lossantos, Schlomo Ettling, Lilith Langhammer, Alexendre Mbonigaba, Farid Naghshbandi, Ibukun Ayomide Ogunbiyi, Domenica Schroeter, Emmanuel Skatchkov, Louis Umbach

Premiere 06. November 2020, Kammerspiele
BUNTE VÖGEL
Masken: Anna Stoß
Maskenperformance des Jugendclubs
von Anna Stoß und Ensemble
Ab 14 Jahren

Theater und Maske passen besser zusammen als gedacht. Gemeint ist nicht die inzwischen gut vertraute Mund-Nasen-Bedeckung. Im Theater des antiken Griechenland, der italienischen Commedia dell´arte oder dem japanischen Nō-Theater sind Masken zu finden.
Das eigene Gesicht wird hinter der Maske unsichtbar und trotzdem kann gerade diese Theaterform besonders lebendig und berührend sein und ungeahnte Freiheiten bieten.
Mit selbstgebauten Vollmasken begeben wir uns in dieser Performance auf die Suche nach sinnvollen und absurden, lockeren, unsichtbaren und überwindbaren Grenzen.
Im Probenprozess bauen wir unsere eigenen Masken, entwickeln daraus Charaktere, Situationen und Geschichten ohne Sprache. Durch Bewegungstraining, Wahrnehmungsübungen und spielerische Improvisationen erwecken wir die starren Masken zum Leben und schaffen poetische, komische und fantasievolle Momente.

Konzept und Regie Anna Stoß Mit Mitgliedern des Jugendclubs
Probenphase: April - Juni
Premiere: Juni 2021
Box

Young & Expert

Ist Antisemitismus eigentlich das Gleiche wie Rassismus? Was bedeutet Antisemitismus für Betroffene und nicht Betroffene? Wie begegnet uns heute »Jüdisches Leben« in Frankfurt? Wir wollen uns mit Euch über diese Fragen austauschen und diese Themen gemeinsam aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. In zwei Projekten erforschen wir in der künstlerischen Arbeit Strukturen und Phänomene von Antisemitismus und anderen Formen von Menschen-feindlichkeit von Gestern und Heute.

Performanceprojekte

WAS ICH NICHT WEISS, MACHT MICH HEISS
Foto: Jessica Schäfer, »Weiße Flecken« (2018/19)
Performance im Rahmen des Projekts »Young & Expert« von Martina Droste, Anna Stoß und Ensemble

Du bekommst einen intensiven Einblick in das neu eröffnete Jüdischen Museum Frankfurt und erarbeitest mit anderen Jugendlichen eine öffentliche Performance. Dabei bilden Ausstellungsthemen wie »Familiengeschichten« oder »Abwehr gegen Judenfeindschaft« die Grundlage für den Forschungsprozess.
Eure persönlichen Perspektiven eröffnen dem Publikum einen gemeinsamen Gedankenraum in der Ausstellung. Die Performance wird auch für Schul- und Jugendgruppen angeboten

Das Jugendclubprojekt entsteht in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt.

Konzept und Regie Martina Droste und Anna Stoß Fachliche Beratung Gottfried Kößler und Kathrin Schön
Mit Mitgliedern des Jugendclubs

Probenphase: Ende November - Ende Januar (Intensivproben: 04.-10.01.21)
Premiere: 30. Januar 2021
Jüdisches Museum Frankfurt
INNENANSICHTEN
Du nimmst die Produktionsprozesse von einer der drei Inszenierungen unter die Lupe, die zum thematischen Schwerpunkt »Antisemitismus und Rassismus« unterschiedliche inhaltliche Setzungen und künstlerische Zugänge bieten:
»NSU 2.0«, ein Recherche-Projekt von Nuran David Calis, »Hiob« von Joseph Roth in der Regie von Johanna Wehner und »10 odd emotions«, ein Crossover- Projekt zwischen Tanz, Schauspiel und Multimedia der Choreografin Saar Magal.
Du nimmst an Konzeptionsgesprächen teil, erhältst in Workshops künstlerischen Input und gibst den Schauspiel-Produktionen inhaltliche Impulse. Wir entwickeln gemeinsam performative Formate für Einführungen oder Nachgespräche zu den Theaterabenden mit jugendlichen und erwachsenen Zuschauer_innen als Alternative zu klassischen Inszenierungsgesprächen.

Probenphase: März-Mai

Shortcuts

OFFENES TRAINING
Komm vorbei und probier Dich aus! Mindestens einmal im Monat vermitteln wir unterschiedliche Schauspielgrundlagen und Techniken. Ohne Druck, mit viel Spaß am Spielen und Improvisieren schaffen wir Raum, um das eigene Handwerkszeug zu verbessern. Du triffst immer andere Menschen, erfährst Neues oder wiederholst Altbekanntes mit anderen Inhalten.

Die nächsten Termine:
Donnerstag, 29.10., 18 – 21 Uhr
Mittwoch, 11.11., 18 – 21 Uhr
Donnerstag, 12.11., 18 – 21 Uhr
TAGESWORKSHOP
In intensiven Tagesworkshops teilen Theaterprofis aus allen Bereichen ihr Knowhow und Wissen mit euch. Ihr erhaltet Einblicke in die unterschiedlichen Bereiche des Schauspiels und des Theaters und experimentiert mit Mitteln wie Körper, Stimme, Text und Kostüm.

Die nächsten Termine:
Sonntag, 25.10., 10 – 15 Uhr, mit Schauspielerin Altine Emini

Sonntag, 15.11., 12 – 17 Uhr, mit Schauspieler Wolfgang Vogler

TREFFPUNKT SCHAUSPIELKANTINE
Gerade warst Du noch im Zuschauerraum und hast mit Figuren auf der Bühne mitgefiebert, das Bühnebild bewundert oder Dich gefragt, wie man sich so viel komplizierten Text merken kann... Und jetzt? Sitzt Du mit Beteiligten aus der Produktion beisammen und kannst Deine Eindrücke und Erlebnisse schildern. Fragen stellen, Komplimente verteilen oder ins Diskutieren geraten, alles ist möglich!
Pandemiebedingt können wir dieses Format vorausichtlich erst im neuen Jahr anbieten.
LABS
Lab 1 - Meeting the Mask
Die Halbmaske hat in den letzten Monaten unseren Alltag bestimmt: Modisches Accessoire oder nervige Einschränkung? Was wird uns genommen, wenn wir unser Gesicht bedecken? Welche Freiheiten können wir ausleben, wenn wir uns anonym bewegen können? Wie können wir Informationen und Gefühle ausdrücken, wenn uns keine Worte zur Verfügung stehen? In diesem LAB erarbeiten wir die Grundprinzipien des Maskenspiels, entwickeln Figuren mit Charaktermasken und entdecken die Wandelbarkeit und Vielfalt in scheinbar leblosen Masken.

Dieses Lab fand vom 06. - 10.Oktober 2020 statt.
Lab 2 - Urban Staging
Deine Stadt mit anderen Augen sehen. Wir bewegen uns durch den öffentlichen Raum und bemerken oft nicht, dass wir geleitet werden oder uns präsentieren. Im Lab Urban Staging nutzen wir den Raum als Bühne: Welche Spielmöglichkeiten geben uns die Architektur, die geschriebenen und ungeschriebenen Verhaltensregeln und Codes der Stadt? Wir entdecken bisher Übersehenes oder Verborgenes: Die Überwachungskamera, die uns täglich filmt oder das mächtige Portal, das uns einzuschüchtern versucht. Neben dem Liveact stellen wir das Erlebte auf einer »Open Stage« vor.

Dieses Lab wird voraussichtlich im Mai 2021 stattfinden.
OPEN STAGE
Foto: Felix Grünschloß, UNART 2018
Diese Bühne gehört euch! Immer wieder schaffen wir eine Plattform für eure Kurzbeiträge. Was wollt ihr erzählen? Welche Themen brennen euch unter den Nägeln? Bühne frei, Spot an!