Malina

nach Ingeborg Bachmann
Für die Bühne bearbeitet von Lilja Rupprecht und Katrin Spira
Kammerspiele
Premiere 11. Juni 2021
TEAM
Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Annelies Vanlaere
Video: Moritz Grewenig
Musik: Philipp Rohmer
Dramaturgie: Katrin Spira
INHALT
Es endet mit einem lautlosen Knall: »Es war Mord!« ist der berühmt gewordene Schlusssatz Ingeborg Bachmanns 1971 veröffentlichten Roman, mit dem die namenlose Ich-Erzählerin in einem Spalt der Wand ihrer Wiener Wohnung verschwindet. Vordergründig geht es in drei großen Kapiteln um die Dreiecksgeschichte zwischen der Erzählerin, dem viel reisenden Ungarn Ivan und dem braven Historiker Malina. Zu ihnen kommt »Der dritte Mann«, eine grausame, die Tochter zerstörende Vaterfigur. Persönliche und historische Erfahrungen Bachmanns durchweben den Text: Die gescheiterten Liebesbeziehungen zu Paul Celan und Max Frisch schimmern ebenso durch wie die Person von Bachmanns Vater, der 1932 in die NSDAP eingetreten war. Doch »Malina« ist keine Autobiografie. Die Figuren bleiben abstrakt und scharfsinnig. Im Zentrum steht die Frau, die sich bissig-humorvoll zu behaupten weiß, um im nächsten Moment dorthin zu gehen, wo die Worte schwer, fast unsagbar werden: zu den eigenen Ängsten und Traumata, aber auch dorthin, wo die Sehnsucht liegt, frei zu lieben und zu begehren.
Muss man ein Leben warten?