Jedermann ist ein selbstherrlicher Banker, die Zeiten sind hart, nüchtern und gottlos. Geld regiert die Welt und ersetzt die Religion. Während sich draußen auf den Straßen Unruhen ankündigen, will Jedermann hinter Zäunen in seinem Garten ein Fest feiern. Einer der Gäste ist der Tod. Als dem Manager schwant, dass sein letztes Stündlein geschlagen hat, bittet er um Aufschub. Doch wie für jedermann gilt auch für ihn: Alle Menschen müssen sterben und jede_r stirbt für sich allein. Sein Geld wird ihm am Ende nichts nützen. Aus Jedermann wird Niemand werden. Und die Frage bleibt: Was kommt danach? NICHTS? 
Der junge österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz befreit das zu einer der Ikonen des Theaters gewordene Original von Hugo von Hofmannsthal aus dem engen Moral-Korsett des mittelalterlichen Mysterienspiels. Sein spielerischer Umgang mit Sprache und Versmaß, Schärfung und Ausweitung der Konflikte durch Einbeziehung heutiger gesellschaftlicher Zustände transportiert diese Neufassung in unsere Gegenwart.
Regisseur Jan Bosse eröffnete die Spielzeit 2017/18 mit einem furiosen »Richard III« und geht in der Inszenierung von »jedermann (stirbt)« erneut der Frage nach: Wer oder was regiert unsere Welt?
Schauspielhaus

Deutsche Erstaufführung
31. Januar 2020
Termine
Fr 31.01.2020 19.30