Foto: Thomas Aurin
Lungenentzündung, Gas und zwölf Kugeln – so sind Inès, Estelle und Garcin zu Tode gekommen, bevor sie von einem undurchsichtigen Diener hierher gebracht wurden. In die Hölle, das wissen sie gleich, auch wenn Sartre ohne Höllenfeuer und ähnliches Beiwerk auskommt. Für Sartre ist die Hölle, in der sich seine drei Antagonisten befinden, eine conditio humana, eine Grenzsituation, aus der es kein Entkommen gibt. Schicht um Schicht legen sie ihre Niederlagen und Grausamkeiten offen. So unterschiedlich sie scheinen, sie verbindet ein gemeinsames Ringen um das, was sie sind, was sie sein wollten und als was sie gesehen werden wollen. Wer bin ich, wer sind die Anderen? Wenn Sartre den Anderen als Hölle beschreibt, dann vielleicht, weil er einem Selbst so ähnlich ist?

Pressestimmen

»Was sie (die Darsteller_innen) aufführen, ist oft so komisch, grotesk und witzig, dass man denkt: Die Hölle ist doch auch ein hübsch entlarvendes Vergnügen. Redlhammer in seinem absurd bunt schillernden Kostüm ist erheiternd schon durch seine bloße Existenz, die ihren Platz irgendwo zwischen Mathieu Carrière, Harald Juhnke und Gernold Hassknecht hat. Famos, wie er sich ereifern kann, wie er schimpft und zetert, grübelt und greint! Sein teuflischer Toter gehört zum Unterhaltsamsten, was die Hölle seit ihrer Erfindung zu bieten hat. Anna Kubin: Wie sie beinah schwerelos mit ihrem Federbüschen im roten Haar durch den Käfig schwebt, verliebt in sich selbst und alle schönen Oberflächen, ein mechanisch aufgezogenes Püppchen, das ständig unter Spannung steht und in esoterisch-zickigen Bewegungen einer rätselhaften Choreografie folgt – das ist außergewöhnlich. […] »Geschlossene Gesellschaft« wird nur noch selten gespielt. Frankfurt hat das korrigiert. Bravo.«
Frankfurter Neue Presse, 2. Dezember 2019
»Die Bühne wirkt […] spektakulär, die ausgefallenen Kostüme der Darsteller*innen setzten das fort; ebenso das Körperspiel, das besonders bei den beiden Frauen eine beeindruckende Elastizität wie auch Körperbeherrschung offenbart.«
journal-frankfurt.de, 2. Dezember 2019
»Eine musikalische Textstruktur, die eine ganz eigene, soghafte Qualität entwickelt. […] Die Inszenierung ist in sich total stimmig, atmosphärisch gelingen sehr schöne Momente.«
hr2 Frühkritik, 3. Dezember 2019
»Es […] gelingt, eine Gegenwartsnähe herzustellen für einen gemeinhin als angestaubt geltenden modernen Klassiker.«
Offenbach-Post, 2. Dezember 2019

Bildergalerie

Audio

Schauspielhaus

Premiere 30. November 2019

ca. eine Stunde 50 Minuten, keine Pause
Termine
Sa 07.12.2019 19.30 – 21.20
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Mo 09.12.2019 19.30 – 21.20
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Mi 18.12.2019 19.30 – 21.20
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Fr 20.12.2019 19.30 – 21.20
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Do 26.12.2019 18.00 – 19.50
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Sa 04.01.2020 19.30 – 21.20
Do 16.01.2020 19.30 – 21.20
So 19.01.2020 18.00 – 19.50
So 26.01.2020 16.00 – 17.50
Regie
Johanna Wehner

Bühne
Volker Hintermeier

Kostüme
Ellen Hofmann

Musik
Felix Johannes Lange

Dramaturgie
Ursula Thinnes

Besetzung
Patrycia Ziolkowska (Inès)
Anna Kubin (Estelle)
Matthias Redlhammer (Garcin)
Heidi Ecks (Kellner)