Jean Raspails Werk aus dem Jahr 1973 und seine Bearbeitung 1985 ist eine wachrüttelnde Dystopie über den Clash der Kulturen, deren Tragweite das Schauspiel Frankfurt nicht dem rechtsradikalen Diskurs überlassen möchte. Der apokalyptische Roman des Franzosen, in dem eine Million Flüchtlinge aus Asien nach Europa aufbrechen, fängt die Doppelmoral unserer Gesellschaft ein, die sich einerseits auf einen Universalismus der Migration beruft und andererseits um ihre eigene Identität ringt. Jean Raspail erzählt von einem kollektiven Angstgefühl der westlichen Welt, von dem unbewussten Wissen darum, dass der eigene Wohlstand auf Kosten der anderen geht, und der Ahnung, dass sich unsere angestammte Sicherheit nicht ohne schwere Konflikte aufrecht erhalten lässt. Schließlich bleibt die Frage, ob die Humanität nicht eine Chimäre ist, die wir zwar predigen, doch deren Konsequenz wir nicht tragen wollen.
Kammerspiele

Uraufführung
04. Mai 2019 Ruhrfestspiele Recklinghausen
16. Mai 2019 Schauspiel Frankfurt
Termine
Do 16.05.2019 20.00
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Fr 17.05.2019 20.00
Regie
Hermann Schmidt-Rahmer

Bühne
Thilo Reuther

Kostüme
Michael Sieberock-Serafimowitsch

Dramaturgie
Marion Tiedtke

Besetzung
Katharina Bach, Daniel Christensen, Stefan Graf, Michael Schütz, Xenia Snagowski, Andreas Vögler