Jean Raspails Werk aus dem Jahre 1973 und seine Bearbeitung von 1985 sind negative Utopien über den Clash der Kulturen, deren Tragweite das Schauspiel Frankfurt nicht dem rechtsradikalen Diskurs überlassen möchte. Der apokalyptische Roman des Franzosen, in dem eine Million Flüchtlinge aus Asien nach Europa aufbrechen, fängt den Konflikt unserer Gesellschaft ein, die sich einerseits auf einen Universalismus der Migration beruft und andererseits um ihre eigene Identität ringt. Jean Raspail erzählt von einem kollektiven Angstgefühl der westlichen Welt, von dem unbewussten Wissen darum, dass der eigene Wohlstand auf Kosten der anderen geht, und der Ahnung, dass sich unsere angestammte Sicherheit nicht ohne schwere Konflikte aufrecht erhalten lässt. Sein nihilistischer Blick entlässt uns mit der Frage, ob die Humanität nicht eine Chimäre ist. Die Uraufführung ist eine Koproduktion der Ruhrfestspielen Recklinghausen und dem Schauspiel Frankfurt mit einer eigens dafür übersetzten Bühnenfassung.
Kammerspiele

Uraufführung Mai 2019
Regie
Herrmann Schmidt-Rahmer

Dramaturgie
Marion Tiedtke