Spielzeit-Schwerpunkt

Wo beginnt die Angst?

Foto: Jessica Schäfer
Vortrag und Gespräch
Mit Robert Menasse
Moderation: Mirjam Wenzel
Schauspielhaus
04. Oktober 2020
MIT
Robert Menasse
Mirjam Wenzel (Moderation)
INHALT
In unserer Gesellschaft herrscht eine soziale Angst, die sich um das Eigene dreht und sich vom Fremden bedroht fühlt. Die einen haben Angst vor der Minderheit, die anderen vor der Mehrheit. Wer bedroht hier wen? Der Pianist Igor Levit warnte bereits des Öfteren vor dem systematischen Antisemitismus in Deutschland und davor, dass dieses menschenverachtende Denkmuster sich gegen immer weitere Kreise der Bevölkerung richtet: Einzelpersonen, Geflüchtete, Muslim_innen, Frauen, Linke, Homosexuelle, Transsexuelle, Umweltaktivist_innen – der Hass macht vor niemandem halt. In der Auftaktveranstaltung »Wo beginnt die Angst?« wird der Romancier und Essayist Robert Menasse, der für seinen Europa-Roman »Die Hauptstadt« mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet worden ist, Position beziehen zum Erstarken völkisch-nationalistischer Denkweisen und Handlungen. An die Frage »Wo beginnt die Angst?« schließen sich drei weitere Fragen an: Wie wollen wir eine pluralistische Gesellschaft leben? Wo beginnt der Widerstand und in welchen Allianzen kann er sich formieren? Welche neuen Erfahrungen können wir uns erhoffen?
Ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Robert Menasse

Robert Menasse (*1954) studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Anschließend lehrte er sechs Jahre an der Universität São Paulo. Menasse lebt heute als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.
Foto: Jessica Schäfer
Ängste, die sich in Wut entladen, ermöglichen keine vernünftige Gestaltung unseres gesellschaftlichen Lebens. Sie halten uns nur die Scherben eines Spiegels vor.
Robert Menasse

Podcast zur Veranstaltung