Peer, Du lügst!« Mit einer Mär vom halsbrecherischen Ritt auf einem Rentier beginnt Ibsens dramatisches Gedicht vom Träumer und Fantasten Peer Gynt. Und Lügengeschichten sind es, mit denen er sein Leben lang versucht, der Realität zu entfliehen. Getrieben von jugendlicher Neugier zieht Gynt in die Fremde und begibt sich auf eine lange Wanderung: Ein ganzes Leben wird in dem nordischen Epos durchschritten – von der Jugendzeit fast bis zum Tode – eine ganze Welt durchreist. Zuletzt jedoch endet seine Reise wieder dort, wo sie begonnen hat: vor der Tür seiner Jugendliebe Solveig, die gewartet hat auf einen, der erst scheitern musste, um sich selbst zu finden. Als gealterter, dem Tode nahe stehender Mann stellt dieser am Ende fest, dass es ihm unmöglich ist, den eigenen  Wesenskern, sein Innerstes zu erfassen. Und die Frage bleibt: »Was ist dieses ›sei du selbst‹ im Grunde«? Es ist das Drama des modernen Menschen, das Henrik Ibsen 1867 mit »Peer Gynt« entfaltet und damit die Frage nach den Möglichkeiten menschlicher Selbsterkenntnis auf eine bis heute gültige Formel bringt.
Schauspielhaus

Premiere 18. Mai 2019