Still Not Still

Foto: Brian Hartley
von Ligia Lewis
Künstler*innenhaus Mousonturm, Saal
ca. 1 Stunde 30 Minuten

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Do. 06.10.2022
20.00–21.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 07.10.2022
20.00–21.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 08.10.2022
20.00–21.30
TEAM
Konzept, Choreografie & künstlerische Leitung: Ligia Lewis
Performance: Boglárka Börcsök, Darius Dolatyari-Dolatdoust, Corey-Scott Gilbert, Cassie Augusta Jørgensen, Justin Kennedy, Jolie Ngemi/Ligia Lewis, Damian Rebgetz
Dramaturgie: Maja Zimmermann
Outside Eye: Dragana Bulut
Lichtdesign und technische Leitung: Joseph Wegmann
Bühnenbild: Claudia Besuch (Gali)
Kostüme: Marta Martino
Sounddesign & Komposition: S. McKenna
Akustik- und E-Gitarre: Joey Gavin
INHALT
Lange Zeit führen in Ligia Lewis‘ »choreografischer Komposition« alle Linien nach unten. Die sieben Performer:innen schleudern sich, sie rutschen, fallen zu Boden, mal mit Anlauf und mal gestoßen. Man denkt an Unfallopfer und Fliegen an einer Windschutzscheibe, an Niedergeknüppelte und Gemordete und manchmal, tatsächlich, auch an Liebende und gestürzte Partygänger:innen am Ende einer viel zu langen Nacht. »Nigra sum sed formosa« heißt es im alttestamentarischen Hohelied – »Schwarz bin ich, doch schön«. Ligia Lewis hat den Satz als Inschrift auf einer Schwarzen Madonna entdeckt. Er hat sie zu einem Abend inspiriert, der denjenigen gilt, die von der Geschichte im Schatten belassen wurden. Den Schwarzen und queeren Menschen, den nicht-normierten Körpern. Angelehnt an eine »Complainte«, ein Klagelied aus dem französischen Mittelalter, entwirft Lewis eine Bewegungs- und Klangpartitur, die in kaum je unterbrochener Rastlosigkeit das Abarbeiten dieser Körper an den Machtstrukturen der Mehrheitsgesellschaft erfahrbar macht. Hochassoziativ, überraschend oft trocken komisch und nie ohne einen Rest von Geheimnis, ist dies ein Abend, der geduldig erspürt, der erkundet und befragt werden will. Dann allerdings bohrt er sich ein mit seinem rasenden Stillstand, seiner stillen Raserei.
Eine Koproduktion von: tanzhaus nrw, Arsenic - Centre d'art scénique contemporain, Tanzquartier Wien, Black Box teater Oslo, Arts Centre Vooruit, Gessnerallee, Dance International Glasgow / Tramway.
Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Foto: Brian Hartley