Sinfonie des Fortschritts

Foto: Ramin Mazur
von Nicoleta Esinencu
Kammerspiele
ca. 1 Stunde 30 Minuten
auf Rumänisch und Russisch mit deutschen und englischen Übertiteln

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Do. 06.10.2022
20.00–21.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 07.10.2022
18.00–19.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 08.10.2022
18.00–19.30
TEAM
Performer:innen: Artiom Zavadovsky, Doriana Talmazan, Kira Semionov
Technische Entwicklung: Iulian Lungu, Neonil Rosça
Technik: Sergiu Iachimov
Produktionsleitung: Jana Penz
Künstlerische Beratung: Aenne Quiñones
Technische Leitung: Annette Becker (HAU)
Ton: Janis Klinkhammer (HAU)
Licht: Lea Schneidermann (HAU)
INHALT
In »Sinfonie des Fortschritts« erwartet das Publikum ein Sprachkonzert, das die westeuropäische Selbstgewissheit, eine demokratische und fortschrittliche Gesellschaft zu sein, auf bissig-humorvolle Weise demontiert. Drei osteuropäische Performer:innen, ausgestattet mit Bohrmaschinen, Straßenbauarbeiter-Klamotten, einem Mischpult und Mikrofonen erzählen – konsequenterweise in moldawisch-rumänischer und russischer Sprache – die Geschichten von Saison- und Wanderarbeiter:innen. Sie stehen exemplarisch für die vielen unsichtbaren und an die Peripherie gedrängten Menschen, die, obwohl ihre Arbeit für die Komfortzone des Westens elementar ist, an eben dieser selbst nicht teilhaben können. In den mit sarkastischen Zwischentönen gespickten Erzählungen, in denen allgemein verbreitete Mantras der Konsumgesellschaft zitiert werden, wird die gewaltige Exklusivität und Widersprüchlichkeit des westlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems schmerzlich vor Augen geführt.

Mit der Produktion »Sinfonie des Fortschritts« hat sich die moldawische Autorin und Regisseurin Nicoleta Esinencu vorgenommen im wahrsten Sinne des Wortes dicke Bretter zu bohren. Indem sie die Routinen der Ausbeutung und Kolonialisierung in den Fokus rückt, auf die das westliche Wirtschaftssystem fußt, die in seiner Selbstbeschreibung aber systematisch ausgeblendet werden, thematisiert Esinencu die globale Ungleichheit, die unser Wohlstand und unsere Lebensweise produzieren.
Eine Produktion von HAU Hebbel am Ufer und teatru-spălătorie in Koproduktion mit FFT Düsseldorf, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, Rampe Stuttgart, Festival Theaterformen.
Gefördert im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Nicoleta Esinencu

Nicoleta Esinencu lebt und arbeitet als Autorin und Regisseurin in Chișinău, Moldawien. Ihre radikalen Stücke werden international aufgeführt. 2010 war sie Mitbegründerin des alternativen politischen Kunstraums teatru-spălătorie in Chișinău. Seit das Theater 2017 geschlossen werden musste, setzt das Frauenkollektiv teatru-spălătorie seitdem die Arbeit ohne eigene Bühne fort.
Foto: Ramin Mazur