Es war keinmal oder das Märchen von der Normalität

von Theater Hora und Henrike Iglesias
Schauspielhaus
ca. 1 Stunde 10 Minuten, keine Pause
mit englischen Übertiteln

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Do. 29.09.2022
20.00–21.10
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 30.09.2022
18.00–19.10
TEAM
Kostüme: Mascha Mihoa Bischoff
Sound: Hans-Jakob Christian Mühlethaler, Henrike Iglesias
Bühne, Licht, Video: Henrike Iglesias
Produktionsleitung: Manuel Gerst / Adrian T. Mai (HORA), Maxine Devaud (Henrike Iglesias)
Theaterpädagogik: Anna Fierz
VON UND MIT
den HORA-Schauspieler:innen: Noha Badir, Remo Beuggert, Cécile Creuzburg, Lucas Maurer, Simon Stuber und Fabienne Villiger und Henrike Iglesias (Anna Fries, Eva G. Alonso, Malu Peeters, Marielle Schavan, Sophia Schroth)
INHALT
Ausgehend von bekannten Märchen dekonstruieren die Schauspieler:innen mit kognitiver Beeinträchtigung des Theater Hora und die Performer:innen von Henrike Iglesias spielfreudig, witzig und zugänglich die mächtigen gesellschaftlichen Konzepte von Normalität, Schönheit und sozialem Geschlecht.
Märchen sind Geschichten, in denen meist vollkommen klar ist, was schön ist und was abscheulich. Prinzessinnen sind schön. Hexen sind hässlich und einsam. Prinzen sind im Idealfall reich und schön. Und Prinzessinnen müssen sich von ihnen retten und dann heiraten lassen.
In diesem Stück aber ist alles unsicher: Geschlechter- und Rollenzuschreibungen sind uneindeutig, die vermeintlich funktionsfähigen Märchenerzählungen werden radikal hinterfragt. Der Spiegel aus dem zentralen Märchen „Schneewittchen“ spielt mit als körperlose Stimme aus dem Off. Genervt vom Wahnsinn der Selbstoptimierung legt der Spiegel die Arbeit nieder, kommt aber schließlich zurück, als die Spieler:innen mit ihm einen neuen Modus der Zusammenarbeit verabreden und sich außerdem ein für alle Mal verabschieden von der Vorstellung von Schönheit als gewaltvoller Norm.

»Es war keinmal« ist in einer Kooperation zwischen dem feministischen Performancekollektiv Henrike Iglesias und dem Theater Hora entstanden. Als (Kultur-)Werkstatt für Menschen mit einer IV-zertifizierten »geistigen Behinderung« arbeitet das Theater Hora daran, die Wahrnehmung, Wertschätzung und Förderung künstlerischer und menschlicher Einzigartigkeit zu fördern.
Eine Koproduktion mit Gessnerallee und den Ruhrfestspielen Recklinghausen.
Gefördert von der Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Stadt Zürich Kultur, Ernst Göhner Stiftung, Stiftung Züriwerk, Förderverein Theater HORA, Kulturpark Zürich-West, MIGROS- Kulturprozent.

Theater HORA & Henrike Iglesias

Theater HORA ist eine der bekanntesten freien Theatergruppen der Schweiz und arbeitet regelmäßig mit Künstler:innen aus dem In- und Ausland zusammen. Das 2012 gegründete Theaterkollektiv Henrike Iglesias beleuchtet in seinen Performances popkulturelle Phänomene als Spiegel gesellschaftlicher Zustände.