Life Is But A Dream

Foto: Felix Grünschloß
nach »Onkelchens Traum« von F. M. Dostojewski
Kammerspiele
Premiere 20. Januar 2023
ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 04.02.2023
20.00–21.40
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 18.02.2023
20.00–21.40
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 26.02.2023
18.00–19.40
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 04.03.2023
20.00–21.40
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 17.03.2023
20.00–21.40
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 31.03.2023
20.00–21.40
INHALT
Die kleine Stadt Mordasov ist in heller Aufregung: Prinz K., ein wohlhabender Gutsbesitzer, kehrt zurück. Maria Alexandrovna Moskalyova, einflussreiche und furchterregende Intrigantin, will, dass Prinz K. ihre Tochter Zina ehelicht. Dumm nur, dass es noch andere rivalisierende Heiratsvermittler:innen gibt und Zina ihren ganz eigenen Kopf hat. Als Fürst K. nach turbulenten Ereignissen stirbt, fühlt sich keiner schuldig, obwohl alle mitverantwortlich sind für seinen Tod.
Schein ist Sein in Dostojewskis »Onkelchens Traum« von 1859. Der russische Literaturwissenschaftler und Kunsttheoretiker Michail Bachtin hat den Weltzustand in Dostojewskis Werk als »Karnevalisierung« bezeichnet. Die Karnevalszeit als berechtigter Tabubruch von festen Verhaltensmustern kann ein wichtiges Ventil in einer Gesellschaft sein: Nur was, wenn der Karneval nicht mehr endet? Was, wenn das Dionysische über alle Vernunft regiert? Was, wenn eine Gesellschaft, die sich dauerhaft der Verstellung verpflichtet, vom Größenwahn gelenkt, den eigenen Tod abschaffen will?
PRESSESTIMMEN
»Markus Reschtnefki begleitet am Flügel mal mit Chopin, mal mit Synthesizer-Groove im Stil der Achtzigerjahre, dazu singt und tanzt das ganze Ensemble. Ohnehin ist gute neunzig Minuten lang alles immerzu in Bewegung, man fällt sich ins Wort und überbietet sich in Dauergrimassieren. […] Michael Schütz’ Darstellung des grenzdebilen Alten ist großartig, […] Es ist ein Riesenspaß, dem durchweg konzentriert überdreht agierenden Ensemble zuzuschauen […].«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Januar 2023
»Michael Schütz, kaum wiederzuerkennen, ist eine Art missratene Kunigunde von Thurneck: alles künstlich zusammengeschraubt, ein freundliches Monster auf wackeligen Beinchen, schnaufend, schwitzend, pupsend. Es ist fürchterlich, dabei aber auch genial gespielt, indem Schütz zugleich ganz vernünftig klingt.«
Frankfurter Rundschau, 23. Januar 2023
»Fixstern des Abends ist die Titelfigur. Der Schauspieler Michael Schütz gibt das Onkelchen als jeder Beschreibung spottende Mischung greiser Versionen von Robert Geiss ("Die Geissens") und Horst Schlemmer. Dazu eine Prise Belmondo, Rolf Eden und Shrek. Ein braungebranntes Monster mit blitzendem Gebiss und Witwenbuckel. In Leggings, weißen Slippern und absurd lilafarbenem Leibchen zieht er alle Blicke auf sich. […] Torsten Flassig und Anna Böger sorgen mit fantastisch bescheuerten Mienen und ebensolchen Tanzeinlagen für gute Laune. Und Ausstatterin Anke Grot verzaubert das Treiben auf der Bühne in einen disneyfilmartigen Kostümball. Wolfgang Vogler in Skinny Jeans und Glitzergürtel ist ebenso ein Hingucker wie Uwe Zerwer als Charleys Tante.«
nachtkritk.de, 21.Januar 23
»Das Schauspielfest wird von der Putze Nastassja (Gast: Anna Böger) eröffnet, die schnell noch den Dreck unter den Teppich kehrt, während der Rest die Küchenzeile in Marjas Salon auffährt. Torsten Flassig nimmt den souveränen Erzähler, auch wenn die Bühne das, was er vorgibt, eher konterkariert. Im Fokus steht aber der Fürst, den Michael Schütz mit Buckel, weißer Perücke und Vorstehgebiss im lila Leibchen als gestauchten Toni Erdmann gibt – und zum Schreien groß spielt. Melanie Straub legt ihre dauerbeleidigte Zina im Katja-Ebstein-Look als introvertierte Schwester ihrer Elena aus »Onkel Wanja« an. […] Allein gelassen wie Firs, bleibt es dem grenzdebilen, von Uwe Zerwer rührend einfühlsam gespielten Marja-Gatten Afanasij vorbehalten, die abschließende Hot-Chocolate-Ballade vom Loser zu singen, während Frau und Tochter anderswo längst ihre Erfüllung gefunden haben.«
Strandgut, Februar 2023
Foto: Felix Grünschloß
Ja, ist denn das alles wahr?
AUDIO-EINFÜHRUNG