Nach dem Ende der Versammlung: Das Parlament

Foto: Marc Behrens
von andpartnersincrime
Künstler*innenhaus Mousonturm, Studio 1
ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause
mit englischen Untertiteln

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 01.10.2022
18.00–19.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 02.10.2022
12.00–13.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 02.10.2022
20.00–21.30
TEAM
Text und Künstlerische Leitung: Eleonora Herder
Dramaturgie und Recherche: Tim Schuster
Performerin und Sprecherin: Shahrzad Osterer
Komposition, Sounddesign, Performance: Marc Behrens
Live-Musik: Kartini Suharto-Martin
Gestaltung und Bühnenbild: Anna Sukhova
Kostüme: Tanya Tverdokhlebova
Video: Julia Novacek
INHALT
Schon die zeitliche Erzählperspektive dieser Zoom-Performance ist vertrackt: Es wird gewesen sein können. Zum Beispiel wird sein können, dass sich die klassischen Orte der Versammlung in der bürgerlichen Gesellschaft und Demokratie – die Theater und Rathäuser – nach dem Ende der Corona-Pandemie als verzichtbar erwiesen haben. Dass man sie schlicht nicht mehr braucht, sie als Orte sogar verfallen, sodass Bürger:innen-Initiativen sich bereits um ihren Erhalt sorgen. Aus diesem dystopischen Möglichkeitsraum einer nahen Zukunft entfalten andpartnersincrime in »Nach dem Ende der Versammlung« einen essayistischen Rundgang durch den Frankfurter Römer, jenem einstigen Leuchtturm der untergegangenen repräsentativen Demokratie. Anhand von Fotos der voller Herrschaftssymbolik steckenden Römer-Architektur, weitschweifender Exkurse in die tatsächliche oder imaginierte Geschichte und Interviews mit Zeug:innen des verlorenen Zeitalters der Repräsentation entsteht so eine hochbewegliche, oft auch komische Denkreise ins Herz einer gefährdeten Demokratie. In den Blick genommen wird auch das Verhältnis von politischen und wirtschaftlichen Versammlungsorten am Finanzschauplatz Frankfurt. Dabei macht es gar nichts, dass »Nach dem Ende der Versammlung« inzwischen selbst fast historisch wirkt. Als klassische Lockdown-Performance ist die Arbeit auch Ausweis der Imaginationskraft eines Theaters im Moment seiner eigenen größten Krise. Eines Theaters, das an diesem Abend schließlich auch selbst ins Bild rückt: Wie wäre es gewesen, das Theater, wenn nicht – zum Glück? – doch noch alles anders gekommen wäre?
Eine Produktion von andpartnersincrime in Kooperation mit dem Künstler*innenhaus Mousonturm und dem Historischen Museum Frankfurt. Gefördert von Kulturamt der Stadt Frankfurt, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Fonds Darstellende Künste.

andpartnersincrime

andpartnersincrime aus Frankfurt ist ein Zusammenschluss freischaffender Medien- und Performancekünstler:innen unter der künstlerischen Leitung von Eleonora Herder, die das das Interesse an der Ausweitung dokumentarischer Ausdrucksformen vereint. Auf Basis von Recherchematerial entstehen multimediale Performances, Aktionen, Installationen und Klangarbeiten.
Foto: Marc Behrens