Öl!

Foto: Thomas Aurin
nach dem Roman von Upton Sinclair
Für die Bühne bearbeitet von Jan-Christoph Gockel sowie Katrin Spira und Ensemble
Schauspielhaus
Premiere 16. September 2021
ca. 3 Stunden, eine Pause
Wir weisen Sie darauf hin, dass bei der Aufführung an einigen Stellen Stroboskoplicht zum Einsatz kommt.

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Mi. 15.12.2021
19.30–22.30
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 17.12.2021
19.30–22.30
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 18.12.2021
19.30–22.30
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Mi. 22.12.2021
19.30–22.30
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 07.01.2022
19.30–22.30
TICKETS ab 10.12.
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 08.01.2022
19.30–22.30
TICKETS ab 10.12.
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 22.01.2022
19.30–22.30
TICKETS ab 10.12.
TEAM
Kostüme: Amit Epstein
Musik und Hörspiel: Matthias Grübel
Videokonzept und Bildgestaltung: Eike Zuleeg
Dramaturgie: Katrin Spira
Licht: Marcel Heyde
BESETZUNG
Wolfram Koch (J. Arnold Ross, Bunnys Vater)
Caroline Dietrich (Vee Tracy)
Lotte Schubert (Ruth Watkins)
Andreas Vögler (Eli Watkins)
André Meyer (Paul Watkins)
Benjamin Lüdtke (Live- Kamera)
Eike Zuleeg (Live-Kamera)
Florian Däumling, Björn Sanner, Franz Erb, Claus Janus (Statisterie)
INHALT
Glänzend und klebrig eröffnete das »schwarze Gold« ein neues Menschheitszeitalter. Dass Öl den Traum von Reichtum und Macht Realität werden lassen kann, zeigt die Geschichte des gerissenen Erdölmagnaten J. Arnold Ross in Upton Sinclairs Roman »Öl!« aus dem Jahr 1926. Ross‘ Imperium hat bereits einen Erben: seinen Sohn Bunny. Doch Bunny ist anders als sein Vater. Je älter er wird, umso mehr widern Ausbeutung und Bestechung ihn an. Während Ross auf dem Weg ist, Hollywood zu einem weiteren Baustein seines Erfolges zu machen, gerät Bunny mit seinem Idealismus zwischen die Fronten von Glamour und Politik, Glaube und Kapital, den eigenen Privilegien und den Sympathien gegenüber der Arbeiterschaft. Jan-Christoph Gockel bearbeitet Sinclairs Epos, das unter dem Titel »There Will Be Blood« verfilmt wurde. »Öl!« verbindet einprägsam das dreckige Geschäft um den Rohstoff, die Ausbeutung der Natur und die Auswüchse des größenwahnsinnigen Kapitalismus.
PRESSESTIMMEN
»Es gelingen überzeugende Bilder von Größenwahn und Niedergang und es ist eine Freude, dem Ensemble, allen voran Torsten Flassig als Sohn Bunny, zuzuschauen.«
Deutschlandfunk - Kultur heute, 21. September 2021
»Am liebsten sieht man dem unbelehrbaren Wolfram Koch dabei zu, wie er sich mit Cowboy-Hut und eitlem Mantel in die Brust wirft, Pächter übers Ohr haut, Streikende verhöhnt, im Rollstuhl den Übervorteilten mimt und natürlich am Ende mit geschulterter Spitzhacke wieder loszieht auf der Suche nach Öl. Aber auch die scharf gezeichneten Porträts von Torsten Flassig als angewiderten Bunny, vom wandlungsfähigen Filmstar Vee, den Neuzugang Caroline Dietrich meisterlich ausfüllt, und von André Meyers grundehrlichem Gewerkschaftsführer Paul bleiben noch lange im Gedächtnis haften.«
Frankfurter Neue Presse, 18. September 2021
»Die erste Saisonpremiere des Hauses nach langer Pause wurde zum herausragenden Theaterabend. Eine Glanzszene zeigt über Kamera und Leinwand effektvoll, wie die Darsteller für den Stummfilm überagieren , die Augen rollen, den Mund aufreißen und dramatisch gekünstelt gestikulieren. Kratzer auf den live übertragenen Schwarz-Weiß-Bildern inklusive. Zudem lässt Gockel das Ensemble immer wieder pointenreich im Frankfurter Hier und Jetzt ankommen, was zwischenzeitlich sogar zu einem Streik des Bühnenpersonals führt – inklusive abgedrehtem Ton. […]
Der Ensemblestar [Wolfram Koch] glänzt hier einmal mehr mit seiner raumfüllenden Präsenz, was die starke Leistung von Bühnensohn Torsten Flassig an seiner Seite umso bemerkenswerter macht. […] Dem starken Duo zur Seite steht auch ein überzeugendes Ensemble. […] Sie alle bewegen sich mit staunenswerter Sicherheit durch diese wahnwitzige, wie perfekt geölte Bilderwelt, in der zwei Kameramänner die Bühnenszenerie perfekt einfangen und spiegeln. So lässt sich das Geschehen immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erleben, während es von einem subtilen Klangteppich (Musik: Matthias Grübel) unterlegt und emotional angereichert wird. «
Gießener Allgemeine Zeitung, 18. September 2021
»Aber der Ölmann Ross bleibt stets der eiskalte Hardliner, durch dessen Adern Benzin zu fließen scheint und der dann ins Film-Business einsteigt – Hauptsache, die „Kohle“ stimmt. Grandios dargestellt wird er von Wolfram Koch […]. Wie Koch in Cowboy-Manier und o-beinig über die Ölfelder stiefelt und dabei mit Bibelworten die Ausbeutung von Mensch und Natur kommentiert, hat große Klasse und kommt immer wieder auch komisch daher.«
»In diesem großen öligen Potpourri überzeugten auch die Darsteller der Watkins-Geschwister Ruth (Lotte Schubert), Eli (Andreas Vögler) sowie Paul (André Meyer). Und als extrem wandlungsfähig erschien die Hollywood-Schauspielerin Vee Tracy (Caroline Dietrich), die Ölbaron Ross auf seinen Sohn angesetzt hat, um ihn bei der Stange zu halten. Tolle Effekte besorgten auch die beiden Live-Kameras (Benjamin Lüdtke, Eike Zuleeg), mit denen die beklemmende Öl-Ära auf Frankfurt, das Schauspielhaus und den davor liegenden Willy-Brandt-Platz mit dem Euro Tower heruntergebrochen wurde. […] Gockels hart – fantastischer Aufriss des Öl-Kapitalismus rüttelt jedoch auf (Kostüme: Amit Epstein, Musik: Matthias Grübel). So schön wie porentief zoomt er über drei Stunden in die Zerstörung unserer Lebenswelt und schärft so den Blick in die Zukunft – ganz aktuell auch mit Bezug auf den 20. Jahrestag der Terroranschläge von 11. September 2001. Im Ganzen wieder echtes, begeisterndes Vollbluttheater im fast voll besetzten Haus mit starkem Schlussapplaus.«
Rhein Neckar Zeitung, 18. September 2021
»Er zeigt die Öl-Ära von Anfang an als eine marode, eine vergangene, der höchstens noch der Glamour alter Zeiten anhaftet. Etwa, indem er der Inszenierung den Anstrich einer alten Filmpremiere verpasst. […] Was nun real ist und was der Film im Spiel, ist nicht immer klar, Gockel stapelt munter Bild- und Referenzebenen.«
Süddeutsche Zeitung, 18. September 2021
»Es gab wirklich viel zu schauen und zu erleben. Das war ein gewaltiger szenischer Aufwand, der da betrieben wird und ein großartiges Zusammenspiel von Film, Video und Musik. […] Es gab tolle musikalische Akzente, ein durchkomponierten Soundtrack zum Spiel und zum Text. […] Insgesamt eine sehr opulente, aufwändige Inszenierung, mit vielen erzählerischen Schleifen. […] Etwas was man unbedingt gesehen haben will. «
hr2 „Frühkritik“, 17. September 2021
»Der Regisseur Jan-Christoph Gockel erzählt unglaublich viel an diesem Abend. Da ist die große, nie ausgesprochene Liebe zwischen Bunny Ross und Paul Watkins und eine Vater-Sohn-Beziehung voll großer Tragik, monströsem Starrsinn und verzweifelter Sehnsucht. […] Das alles wird mit einer staunenswerten Vielfalt an Theatermitteln aufbereitet. Hier sind unbedingt die Klanggestaltung (Matthias Grübel) und das grandiose Videokonzept (Eike Zuleeg, gemeinsam mit Benjamin Lüdtke auch an der Live-Kamera) zu preisen, die bereits zu Beginn des Abends große Verantwortung tragen.«
die-deutsche-buehne.de, 16. September 2021
Foto: Thomas Aurin
Wenn die Sonne jetzt nicht in drei Minuten aufgeht, hat sie Verspätung.
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