Zirkus Kafka (UA)

Foto: Felix Grünschloß
von Roy Chen
übersetzt von Matthias Naumann
Kammerspiele
Premiere 22. Mai 2026
ca. 1 Stunde 20 Minuten, keine Pause

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 31.05.2026
18.00–19.20
Einführung 17.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Mo. 08.06.2026
20.00–21.20
Einführung 19.30
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 14.06.2026
20.00–21.20
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 20.06.2026
20.00–21.20
TEAM
Regie: Dor Aloni
Kostüme: Svenja Gassen
Dramaturgie: Katja Herlemann
BESETZUNG
Torsten Flassig (Max Brod)
Anabel Möbius (Josefine / Dramaturgin)
Mitja Over (Trapezkünstler)
Isaak Dentler (Bauchredner)
Rokhi Müller (Hungerkünstlerin)
Andreas Vögler (Übersetzer)
Klaus Dorth / Konstantinos Bikakis (Zuschauer)
INHALT
Am 3. Juni 1924 starb Franz Kafka. In seinem Testament wies er seinen engen Freund Max Brod an, alle seine Manuskripte zu verbrennen. »Ein Hungerkünstler«, eine kleine Sammlung von vier Erzählungen, war jedoch gerade noch vom Autor herausgegeben worden.
Für Kafka war dies sein letztes Buch. Doch Max Brod beschloss, weitere Schriften sowie Tagebücher und persönliche Briefe zu veröffentlichen, statt das Testament zu erfüllen – und verhalf Kafka posthum zu Weltruhm. Max verriet seinen Freund, blieb aber der Kunst treu. Hat er recht gehandelt?

In Roy Chens Stück für das Schauspiel Frankfurt fordern die Figuren aus Kafkas letztem Buch ihren Platz in der Geschichte ein. Sie sind vier Zirkusartisten, nicht besonders erfolgreich, aber unbestreitbar einzigartig. Sie spiegeln die Opfer wider, die die Kunst den Künstler:innen abverlangt: Muss ein Künstler immer hungrig sein? Wie ausgiebig muss das Monster namens Publikum gefüttert werden, bevor es zufrieden ist? Wo ist die Grenze zwischen Bühne und Privatleben? Kann man überhaupt Kunst machen, ohne das eigene Leben dafür zu opfern?

Der in Deutschland lebende Regisseur Dor Aloni und der in Israel bekannte Autor Roy Chen tauchen in dieser Zusammenarbeit in das Universum von Franz Kafka ein und finden Figuren, die in der Auseinandersetzung mit ihrer Kunst Fragen von Moral, Ruhm, Identität und Zugehörigkeit verhandeln.

Ermöglicht durch den Patronatsverein.

PRESSESTIMMEN
»Es ist ein sehr charmanter leichtgewichtiger Spaß, den der israelische Dramatiker Roy Chen […] verfasst hat, und einer, der dann doch, wie beiläufig, in das Dilemma heutiger Diskurse führt, die sich in Floskeln, Sprachregelungen und Eiertänzen verlieren. […] Roy Chen und Dor Aloni […] haben mitsamt dem Ensemble sichtlich Freude daran, die Zwiebel Kafka zu häuten. […] Chens Text ist eine geschickte Verquickung von Originalpassagen mit einer blühenden literarischen Phantasie, […]. Das an sich ist schon ein großes Vergnügen, mit Feuerschalen, falschen Lavabrocken und glamourösen Kostümen (Bühne Marlene Lockemann, Kostüme Svenja Gassen). Und es kippt auf sehr lustige Weise, wenn die Figuren mit Blick auf das, was in der Kafka-Exegese mit ihnen angestellt wird, Brod nicht mehr um Rettung, sondern um Vernichtung anflehen.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Mai 2026
»Auf unfassbar komische Weise verwandelt sich der Zirkus Kafkas in einen Zirkus um Kafka. Ein stetig kreisender Strudel an repetitiven Themen entfaltet sich, bei dem es weniger um Kafka als ums Selbst-Produzieren geht. So führt der Abend all jene vor, die aus den losen Fragmenten überhaupt erst ein Werk gemacht haben – allen voran Max Brod. […] Gewendet wird unser Blick, weg von Kafka, hin zu unserer eigenen Sucht, diesen Künstler endgültig zu deuten.«
nachtkritik.de, 23. Mai 2026
»Es gibt hier viele lustige Szenen, unter der Regie von Dor Aloni kühl serviert. […] So beginnt eine Parodie auf das Theater, so wird die im Grunde von Anfang an im Raum stehende Parodie auf das Theater trefflich zugespitzt. Sie führt so dicht an der Realität entlang, dass sie von ihr nicht mehr zu unterscheiden ist. Es geschieht insofern das Entspannende, dass man über die Realität lachen kann, von Herzen, gemeinsam und schonungslos.«
Frankfurter Rundschau, 26. Mai 2026
»Der Text von Roy Chen richtet den Fokus in dieser Manier nicht auf Kafka selbst, sondern auf unseren eigenen Drang, ihn endgültig entschlüsseln zu wollen. Die Inszenierung lehnt dabei bewusst eine weitere Interpretation ab und fordert stattdessen dazu auf, alles bisherige Wissen über Kafka hinter sich zu lassen, um seinen Texten neu und unvoreingenommen begegnen zu können. Statt Antworten erleben wir einen Abend voller Mehrdeutigkeiten, an dem die Kunst als Flucht aus dem Käfig fungiert, dessen Ursprung sie nicht nur bei Kafkas Zirkus(-künstler:innen) oftmals ist.«
die-junge-buehne.de, 26. Mai 2026
»Regisseur Dor Aloni hat Roy Chens „Zirkus Kafka“ mit starken Bildern und rasantem Tempo umgesetzt. Er weckt die Lust, sich mit Frank Kafkas zeitlosen Werken zu beschäftigen.«
kulturfreak.de, 25. Mai 2026
»Dabei überrascht der in Tel Aviv geborene Allrounder mit Klugheit, Hintersinn und einer überraschenden, dramaturgischen Volte.«
Frankfurter Neue Presse, 27. Mai 2026
Foto: Felix Grünschloß

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