Publikums­beschimp­fung

Foto: Arno Declair
von Peter Handke
Schauspielhaus
Premiere 24. Januar 2026
ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 30.01.2026
19.30–21.15
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Do. 05.02.2026
19.30–21.15
Einführung 19.00
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 06.02.2026
19.30–21.15
Einführung 19.00
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Mi. 11.02.2026
19.30–21.15
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 15.02.2026
16.00–17.45
Ausverkauft
evtl. Restkarten an der Abendkasse
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Mo. 23.02.2026
19.30–21.15
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Fr. 27.02.2026
19.30–21.15
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
Sa. 07.03.2026
19.30–21.15
Vorverkauf ab 10. Februar
https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 05.04.2026
18.00–19.45
THEATERTAG! ALLE PLÄTZE 14/9€
Vorverkauf ab 10. Februar
TEAM
Komposition, Musikalische Leitung: Peer Baierlein
Dramaturgie: Katja Herlemann
BESETZUNG
Arash Nayebbandi kann wegen einer Erkrankung nicht auf der Bühne stehen. Seine Parts werden bis zu seiner Rückkehr vom Ensemble übernommen.
INHALT
»Ich habe gerade mit Ach und Krach ein Stück geschrieben. Es heißt ›Publikumsbeschimpfung‹ und ist mein erstes und mein letztes. Ich möchte es nun aufführen lassen und auch sonst dazu sehen, dass ich es vielleicht anbringe.«

Dieser Wunsch von Peter Handke ging vor 60 Jahren, im Sommer 1966, in Frankfurt am Main im Theater am Turm, unter der Regie von Claus Peymann, in Erfüllung und Handke wurde quasi über Nacht berühmt. Das Sprechstück ohne Handlung, ohne Bühnenbild und ohne Requisiten macht die Sprache und die Theaterverabredung selbst zum Thema: Handke untersucht, wie auf dem Theater Wirklichkeit durch Sprache zurückzugewinnen sei. Die Spieler:innen sind die Beobachtenden, das Publikum wird zum Zentrum der Aufmerksamkeit. Indem Handke das Theater aushebelt, wird ein neues Theater entworfen.

»Diese Bretter bedeuten keine Welt. Sie gehören zur Welt. Diese Bretter dienen dazu, dass wir darauf stehen. Dies ist keine andere Welt als die Ihre.«

Für diese Jubiläumsinszenierung des nach den Klangelementen der Beatmusik gebauten Stückes aktiviert die Regisseurin Claudia Bauer ihre langjährige Zusammenarbeit mit dem Komponisten Peer Baierlein. Nach ihren beiden erfolgreichen Überschreibungen von Luis Buñuel-Filmen am Schauspiel Frankfurt begibt sich Claudia Bauer in den literarischen Kosmos des Nobelpreisträgers Peter Handke für eine Liebeserklärung ans Theater.

Ermöglicht durch den Patronatsverein.

PRESSESTIMMEN
»Die neunzig Minuten ohne Pause, denn wichtiger sind „die Pausen zwischen den Worten“, vergehen wie im Flug. Aus dem Theaterseminar ist der Witz geworden, den Zeitgenossen in Handkes Stück gleich wahrnahmen. In Frankfurt kann man ihn jetzt von einem hinreißenden Ensemble vorgetragen sehen, das zeigt, wie auf der Bühne alles zum Spiel wird, selbst Sätze, die das dementieren. Humorlose könnten es Dialektik nennen.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Januar 2026
»Sie [das Ensemble] drehen auf und ab. Sie beherrschen den Text. Sie zeigen sich außergewöhnlich genießerisch. Sie haben sich eingeschworen und sind doch sechs einzelne, die sich hier voll auskennen. Während der Kritik der Wind aus den Segeln genommen wird, lässt die Inszenierung die Leinen los und sticht in See. […] Andreas Auerbachs Bühne mit dem goldenen Vorhang ist prächtig. […] Wir können jetzt leider nicht mehr schreiben, wie groß die Spielfreude war, aber Sie müssen sich das unbedingt zutiefst agil und in Laune vorstellen […]«
Frankfurter Rundschau, 26. Januar 2026
»Wo 1966 der Minimalismus den Spieltrieb unterdrückte, ist jetzt entfesselter Aktionismus angesagt. […] Claudia Bauer leitet daraus die ganz große Freiheit für eine schillernde Peter-Handke-Show ab. […] Sie spielen und singen, als wären sie geradezu entflammt vom essayistischen Geist des Textes. Sehr erstaunlich. […] Schließlich ist hier immer was los, steht das Gedankenspiel nie still. Und das Premieren-Sextett, schön schräg eingekleidet von Patricia Talacko, lässt sich mitreißen.«

Darmstädter Echo, 28. Januar 2026
»Überhaupt ist das Kostümbild von Patricia Talacko vom Feinsten. […] Die unvergesslichen Szenen haben nicht wir geliefert, sondern eben diese sechs, deren Komik zwerchfellerschütternd und deren Tragik von antiker Größe war.«
Süddeutsche Zeitung, 26. Januar 2026
»Die Wirklichkeit konstituiert sich hier aus Sprache, gespielt werden soll nichts – was das vor Spiellaune vibrierende Ensemble ziemlich herrlich konterkariert. […] Den halben Spaß besorgen die unfassbar aberwitzigen Kostüme von Patricia Talacko.«
nachtkritik.de, 26. Januar 2026
»Aber einem Plan folgt die Premiere schon, und zwar einem überzeugenden. Mit der Dirigentin Salome Niedecken in der ersten Reihe und einer Musikcombo im linken Glaskasten, erinnert die Inszenierung an eine Komposition. […] Mit feinem Gespür gelingen der Aufführung dadurch eine wechselvolle Stimmungsdynamik und genaue dramatische Zuspitzungen. [..] Entsprechend gesellt sich ebenfalls die Ironie zum Ernst. Die titelgebende Beschimpfung der Zuschauer:innen als Bratzen und Glotzaugen ist daher ein Muss, genauso wie der antiquierte goldene Vorhang. Derart furios und geistreich, zudem mit virtuoser Leichtigkeit erlebt man Theater selten, das in Frankfurt allen aktuellen Nörgler:innen zum Trotz seine Bedeutung unter Beweis stellt.«
taz.de, 26. Januar 2026
»Indem Bauer also genau die Illusion herstellt, die der Text verbietet und genau diese Illusion durch Publikumsanmache dann auch wieder bricht, entsteht ein skurriler theatraler Zwischenraum. […] Dies ist eine Welt des Scheins, die dringend mit der Gesellschaft und dem Autor in Kontakt treten möchte und die Schauspielverweigerung betreibt, indem sie spielt. […] Musikalisch ist das alles erste Sahne. Der Komponist Peer Baierlein nutzt vom Kirchenchoral bis zur Rammstein-Parodie viele Formen.«
Deutschlandfunk, Kultur heute, 25. Januar 2026
»Ein sehr unterhaltsamer Abend. Denn gerade durch die strikte Verneinung einer Handlung wird die abwesende Geschichte erfahrbar gemacht. […] Und trotz aller Reduzierung und Verneinung geht natürlich die Post ab. […] wie das Ensemble in den fantasievollen Kostümen von Patricia Talacko oft wiederholend um die Phänomene des Theaters kreist, das hat Klasse. […] Wenn einmal der Satz fällt „Nichts ist los in der Hose“, dann gilt dies keineswegs für diese Aufführung. […] Die Inszenierung schafft es ohne aufdringliche Aktualisierungen, das Kultstück auch heute noch mit Ideenreichtum und Spielwitz ganz nah an die Frau oder den Mann zu bringen.«
Rhein-Neckar-Zeitung, 27. Januar 2026
»Torsten Flassig, Anna Kubin, Sebastian Kuschmann, Katharina Linder, Lotte Schubert und Andreas Vögler sind ein sehr gutes, fühlbar miteinander vertrautes Ensemble. […] Andreas Auerbach hat eine leere, aber monumentale Kulissenbühne geschaffen.«
die-deutsche-buehne.de, 25. Januar 2026
»Handkes „Publikumsbeschimpfung“ zeigt Claudia Bauer mit einem großartig aufspielenden Ensemble als liebevolle Hommage an das Theater und an das Publikum. […] Der wie ein Manifest geschriebene Text wird bei Ihnen zu einem rhythmischen Fluss, der das in den Reihen sitzende Publikum mitnimmt. […] Durch ständiges Schaffen einer Illusion und deren umgehender Abschaffung zeigt Bauer extrem viele Facetten eines Theaterabends, wie man sie in dieser gebündelten Form sonst kaum erleben kann. […] Das Schauspiel Frankfurt zeigt hier äußerst unterhaltsam, dass Theater als ein gemeinsames Erlebnis unkaputtbar ist, über alle Autoren und Zeiten hinweg.«
kulturfreak.de, 27. Januar 2026
Foto: Arno Declair
Diese Bretter bedeuten keine Welt. Sie gehören zur Welt.
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