FORSYTHE / HAUERT
Gastspiel der Dresden Frankfurt Dance Company
Schauspielhaus
Premiere 05. Juni 2025
ca. 1 Stunde 45 Minuten, eine Pause
TEAM
Choreografie: William Forsythe, Thomas Hauert
BESETZUNG
Tänzer:innen der Dresden Frankfurt Dance Company
INHALT
Es war eines der wichtigsten Tanzereignisse im Jahr 2025: William Forsythe entwickelte am Ort seines langjährigen Schaffens eine neue Choreografie für das gegenwärtige Ensemble – seine letzte Bühnenarbeit, wie er selbst sagte. Der Doppelabend kontrastiert Forsythes Präzision mit dem spielerischen Überschwang des ebenfalls neu entwickelten Stücks von Thomas Hauert. Im Frühjahr 2027 kann man die Kombination noch einmal auf der Bühne des Schauspiel Frankfurt erleben.
UNDERTAINMENT
von William Forsythe
William Forsythe gilt zurecht als einer der wichtigsten Choreografen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Sein innovativer Umgang mit der Tradition des Balletts hat dem Tanz Richtungen eröffnet, die sonst schwer vorstellbar schienen. Von 1984 bis 2004 leitete Forsythe das Ballett Frankfurt und von 2005 bis 2015 The Forsythe Company. Später wurde diese in Dresden Frankfurt Dance Company umbenannt. Am Ende seiner Karriere kehrte Forsythe nun an den Ort seines langjährigen Schaffens zurück und entwickelte für das neue Ensemble der Company eine letzte Bühnenarbeit. Darin erschafft er ausgehend von einem improvisatorischen Baukasten eine strukturelle Ordnung, die anstatt für etwas anderes zu stehen, aus sich selbst heraus einen ästhetischen Genuss anbietet. Wie in einem Kaleidoskop bilden sich Muster, die innerhalb eines klaren Rahmens immer wieder unvorhersehbar und überraschend sind. Die Tänzer:innen erkunden das Bewegungssystem, das sie selbst bilden, bis an seine Grenzen. Das Publikum ist eingeladen, dieser Erforschung zu folgen und das Werk als lebendiges, atmendes System zu erleben.
PLAYING WITH SERGEI, MARTHA AND THE OTHERS
von Thomas Hauert
Das dritte Klavierkonzert von Sergei Rachmaninoff gilt als besondere Herausforderung für Pianist:innen. Jenseits der technischen Virtuosität, die gewiss auch einen Anteil an seinem Reiz ausmacht, ist die Musik geprägt von einer außerordentlichen emotionalen Komplexität. Thomas Hauert bringt in seiner Arbeit für die DFDC das Konzert in der Aufnahme mit Martha Argerich von 1982 auf die Bühne. Das Ensemble taucht in die Musik ein und tritt mit ihr in einen spielerischen Dialog. Die Tänzer:innen interpretieren die Musik aus ihrer subjektiven Wahrnehmung heraus mit ihren Körpern und interagieren mit dem Rhythmus, der Dynamik und den emotionalen Kontrasten. Zugleich reagieren sie in einem komplexen Geflecht aufeinander. Aus der Arbeit mit seiner eigenen Company ZOO bringt Hauert in über 25 Jahren entwickelte Prinzipien und Spielregeln für Improvisation mit, die weniger auf Kontrolle als auf die kollektive Intelligenz aller setzen. Diese Arbeitsweise steht in einem interessanten Spannungsverhältnis zu Rachmaninoff. Während dieser als beispielhafte Schöpferfigur, die gewissermaßen über den Dingen schwebt, den Musiker:innen, inkl. der Solistin, auf autoritäre Weise enge Vorschriften macht, grenzt sich Hauerts Praxis von einem so überhöhten Geniebegriff zugunsten eines radikal kollaborativen Schöpfungsprozesses ab. Der Tanz begreift die Musik nicht als Kommando, sondern nutzt sie als Anregung, als Spielplatz, ja als Gegenüber eines immer wieder neuen, überraschenden Dialogs.
UNDERTAINMENT
von William Forsythe
William Forsythe gilt zurecht als einer der wichtigsten Choreografen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Sein innovativer Umgang mit der Tradition des Balletts hat dem Tanz Richtungen eröffnet, die sonst schwer vorstellbar schienen. Von 1984 bis 2004 leitete Forsythe das Ballett Frankfurt und von 2005 bis 2015 The Forsythe Company. Später wurde diese in Dresden Frankfurt Dance Company umbenannt. Am Ende seiner Karriere kehrte Forsythe nun an den Ort seines langjährigen Schaffens zurück und entwickelte für das neue Ensemble der Company eine letzte Bühnenarbeit. Darin erschafft er ausgehend von einem improvisatorischen Baukasten eine strukturelle Ordnung, die anstatt für etwas anderes zu stehen, aus sich selbst heraus einen ästhetischen Genuss anbietet. Wie in einem Kaleidoskop bilden sich Muster, die innerhalb eines klaren Rahmens immer wieder unvorhersehbar und überraschend sind. Die Tänzer:innen erkunden das Bewegungssystem, das sie selbst bilden, bis an seine Grenzen. Das Publikum ist eingeladen, dieser Erforschung zu folgen und das Werk als lebendiges, atmendes System zu erleben.
PLAYING WITH SERGEI, MARTHA AND THE OTHERS
von Thomas Hauert
Das dritte Klavierkonzert von Sergei Rachmaninoff gilt als besondere Herausforderung für Pianist:innen. Jenseits der technischen Virtuosität, die gewiss auch einen Anteil an seinem Reiz ausmacht, ist die Musik geprägt von einer außerordentlichen emotionalen Komplexität. Thomas Hauert bringt in seiner Arbeit für die DFDC das Konzert in der Aufnahme mit Martha Argerich von 1982 auf die Bühne. Das Ensemble taucht in die Musik ein und tritt mit ihr in einen spielerischen Dialog. Die Tänzer:innen interpretieren die Musik aus ihrer subjektiven Wahrnehmung heraus mit ihren Körpern und interagieren mit dem Rhythmus, der Dynamik und den emotionalen Kontrasten. Zugleich reagieren sie in einem komplexen Geflecht aufeinander. Aus der Arbeit mit seiner eigenen Company ZOO bringt Hauert in über 25 Jahren entwickelte Prinzipien und Spielregeln für Improvisation mit, die weniger auf Kontrolle als auf die kollektive Intelligenz aller setzen. Diese Arbeitsweise steht in einem interessanten Spannungsverhältnis zu Rachmaninoff. Während dieser als beispielhafte Schöpferfigur, die gewissermaßen über den Dingen schwebt, den Musiker:innen, inkl. der Solistin, auf autoritäre Weise enge Vorschriften macht, grenzt sich Hauerts Praxis von einem so überhöhten Geniebegriff zugunsten eines radikal kollaborativen Schöpfungsprozesses ab. Der Tanz begreift die Musik nicht als Kommando, sondern nutzt sie als Anregung, als Spielplatz, ja als Gegenüber eines immer wieder neuen, überraschenden Dialogs.
Die Dresden Frankfurt Dance Company wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden und den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen. Company-in-Residence in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden und im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main.
»Die Körpergeräusche der Tänzer als Musik und Signale einer auf Improvisation beruhenden Choreographie, beides füllt den Raum oder vielmehr: lässt eine lang vermisste Weite spüren. Typische Abläufe, die langen diagonal geführten Arme, die Körperspiralen und aus der Achse gezogenen Arabesken, tauchen wie gute alte Bekannte der Forsythe-Welt auf. Zu sehen ist die Souveränität, eine Bewegung in ihrer Länge auszukosten, nicht alles zu verzappeln und füllen zu wollen. Und so sowohl dem Ensemble als auch dem Publikum den Raum für Reflexion zu öffnen.«
Playing with Sergei, Martha and the Others:
Das Fließen der Klänge nehmen die zehn Tänzerinnen und Tänzer von Beginn an in ihre Bewegungen auf, lassen sich treiben wie fröhliche Kinder, die auf einer Wiese ihr Miteinander genießen, hüpfen und springen, verwringen sich. […] Der Schwung geht auch in den langsameren Passagen nie verloren, als würde die Gemeinschaft ihn weitertragen. Das gibt ein mitreißendes Schauspiel ab, […].«