Ein Kind unserer Zeit

nach Ödön von Horváth
Kammerspiele
Premiere 21. Mai 2027
TEAM
Bühne und Kostüme: Anke Grot
Musik: Manuel Loos
Dramaturgie: Katja Herlemann
INHALT
»Der Krieg ist der Vater aller Dinge«, sagt der namenlose junge Soldat, der nach jahrelanger Arbeitslosigkeit glaubt, beim Militär eine Zukunftsperspektive und Verbundenheit zu finden. Er überantwortet sich einer menschenfeindlichen Ideologie, in der der einzelne Mensch keinen Wert hat. Auf Befehl verübt seine Truppe Kriegsverbrechen bei militärischen Operationen, deren Ziel ihm unklar ist. Den Hauptmann seiner Truppe idealisiert der junge Mann als Vaterfigur, der er sich bedingungslos anvertraut, während er seinen biologischen Vater als schwach und undiszipliniert ablehnt.

Erst als der idealisierte Hauptmann überraschend zu Tode kommt und der junge Soldat durch die Begegnung mit einer Frau ein zärtliches Gefühl in sich aufkeimen lässt, gerät sein geschlossenes Weltbild ins Wanken. Aber wie kann er wirksam werden, wenn nicht durch Gewalt?
Der letzte Roman des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth spielt während einer Diktatur und zwischen zwei Kriegen. Er ist seine heftige Kritik an der empathielosen faschistischen Gesellschaft und dem Horror des Krieges.

Die Regisseurin Barbara Bürk arbeitet regelmäßig am Schauspiel Frankfurt und entwickelt häufig aus literarischen Vorlagen intime musikalische Inszenierungen, wie bereits mit »Nach Mitternacht« von Irmgard Keun.