Biedermann und die Brandstifter

Ein Lehrstück ohne Lehre
von Max Frisch
Schauspielhaus
Premiere 12. März 2027
TEAM
Bühne: Valentina Pino Reyes
Musik: Juri Kannheiser
Dramaturgie: Katja Herlemann
INHALT
Der brave Bürger und Fabrikant Gottlieb Biedermann wettert am Stammtisch heftig gegen immer häufiger stattfindende Brandstiftungen. Doch als sich ein unangenehmer Typ bei ihm einquartiert und später auch noch seine seltsamen Freunde auftauchen, weigert er sich standhaft, die offensichtliche Wahrheit zu sehen. Entgegen den Ängsten seiner Frau und den Warnungen seiner Umgebung behauptet er, die Situation richtig einzuschätzen und Herr der Lage zu sein. Er offenbart biedermännische Wehrlosigkeit gegenüber Verbrechern, die von Anfang an sagen, was sie wirklich wollen.

Doch gerade weil die Gefahr faktisch so unübersehbar und das Ende absehbar ist, kann sich diese irrwitzige Parabel von Max Frisch so virtuos und tragikomisch entfalten: bis hin zum bitteren Ende, wenn Biedermann, bloß um dem Vorwurf des Misstrauens zu entgehen, den Brandstiftern auch noch die Streichhölzer überlässt, mit denen sie sowohl sein Haus als auch die gesamte Nachbarschaft anzünden.

Max Frischs 1958 uraufgeführtes Stück entlarvt präzise eine Geisteshaltung, die der Technik des Totalitären zum Erfolg verhilft. Es ist ein Aufruf, aktiv zu handeln und die Zeichen der Zeit zu erkennen, bevor es zu spät ist.

Die Regisseurin Sapir Heller hat schon mit ihren bisherigen Inszenierungen in Frankfurt »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« und »Dingens« ihr großes Interesse für politische Stoffe und groteske Komödien bewiesen.

Ich sag immer: Wo führt das noch hin, Kinder!