Here is there (UA)
Die Dresden Frankfurt Dance Company präsentiert zwei neue Werke von Ioannis Mandafounis und Thomas Bradley
Schauspielhaus
Premiere 04. Juni 2026
ca. 1 Stunde 45 Minuten inklusive Pause
TEAM
Choreografie: Ioannis Mandafounis, Thomas Bradley
BESETZUNG
Sophie Borney, Thomas Bradley, Lander Casier, Emanuele Co', Audrey Desmurs, Nastia Ivanova, Marina Kladi, Yan Leiva, Liam Meier, Antonin Mélon, Emanuele Piras, Solène Schnüriger, Ichiro Sugae, Simon Voitoux Puigrenier, Jin Young Won, Sam Young-Wright (Ensemble der DFDC)
Philipp Danzeisen (Schlagzeug)
Im Doppelabend »Here Is There« gibt Ioannis Mandafounis, Künstlerischer Direktor der Dresden Frankfurt Dance Company, erstmals einem Ensemblemitglied als Choreograf eine eigene Bühne. Thomas Bradley gehört seit 2023 zur DFDC. Für sein neues Werk verbindet er sein choreografisches System mit seinem unverwechselbaren Stil als Kostümbildner und arbeitet mit skulpturalen, den Körper verändernden Kostümen. Mandafounis widmet sich der Spannung zwischen dem Wunsch nach Transformation und der Trägheit der physischen Realität. Beide Choreografen manipulieren den Raum, um Bewegung entstehen zu lassen. Zugleich bewegen sie sich an der Grenze zwischen Geräusch und Musik: bei Bradley zwischen den Tönen, wenn ein Elektrogerät zerlegt wird, und einer Solo-Sonate für Trompete von HK Gruber, bei Mandafounis zwischen den Sounds von Objekten, auf die die Tänzer:innen einschlagen, und der Live-Musik eines Schlagzeugers.
SEVERAL RHYTHMS SORT THOUGHTFULLY
von Thomas Bradley
Wenn man etwas genau betrachtet, kann man auch in scheinbar zufälligen Handlungen Muster erkennen. Wenn man lang genug schaut, sieht man, wie sie sich verändern. Thomas Bradley lädt mit seiner ersten Arbeit für die DFDC zu einer solchen Betrachtung ein. Er versteht Choreografie als soziales System, einem Spiel ähnlich. Durch dauerhafte Aufmerksamkeit entsteht eine aufgeladene Atmosphäre, in der Regeln und Bedingungen die Entscheidungen der Tänzer:innen in den Fokus rücken. Alle haben ihre eigenen Strategien, aber durch ihr gemeinsames Ziel bleiben ihre Beziehungen bestehen. Auch die Kostüme beeinflussen das Geschehen in entscheidender Weise. In einem mit Bedacht strukturierten Raum trifft die Choreografie auf zwei weitere akustische Elemente: die klanglichen Spuren der Zerlegung eines Elektrogeräts und eine Solo-Sonate für Trompete von HK Gruber.
THIS BEAUTIFUL MESSY THING
von Ioannis Mandafounis
In großer Enge sehnt man sich nach Weite, im Tohuwabohu nach Reduktion und Klarheit. Oft enthält etwas sein eigenes Gegenteil. Die Bilder und Situationen in »This Beautiful Messy Thing« sind von solchen Spannungen geprägt. Wo führt der Drang nach Veränderung hin? Vielleicht kann man die Kontraste selbst genießen, anstatt auf einen Moment zu hoffen, in dem alle Wünsche erfüllt sind. Beim Tanzen kann man mit den Grenzen der Situation spielen, anstatt von ihnen gebremst zu werden. Gegenstände, die als Baustoffe einer Szenerie dienen könnten, verweigern hier eine solche nützliche Ordnung und behaupten stattdessen als lärmende Objektchoreografie ihr Eigenleben. Da fliegt wohl einiges durch die Luft. In den Händen des Schlagzeugers Philipp Danzeisen vermischen sich Samples der verschiedenen Geräusche mit den Sounds der Trommeln. Die lebendige, organische Körperlichkeit der Tänzer:innen, eingegrenzt und gehalten durch das Bühnenbild, ganz nah am Publikum oder vereinzelt im Raum, wirkt so verletzlich wie kraftvoll. Es ist ein Stück von Mandafounis, nur noch lauter – und leiser.
SEVERAL RHYTHMS SORT THOUGHTFULLY
von Thomas Bradley
Wenn man etwas genau betrachtet, kann man auch in scheinbar zufälligen Handlungen Muster erkennen. Wenn man lang genug schaut, sieht man, wie sie sich verändern. Thomas Bradley lädt mit seiner ersten Arbeit für die DFDC zu einer solchen Betrachtung ein. Er versteht Choreografie als soziales System, einem Spiel ähnlich. Durch dauerhafte Aufmerksamkeit entsteht eine aufgeladene Atmosphäre, in der Regeln und Bedingungen die Entscheidungen der Tänzer:innen in den Fokus rücken. Alle haben ihre eigenen Strategien, aber durch ihr gemeinsames Ziel bleiben ihre Beziehungen bestehen. Auch die Kostüme beeinflussen das Geschehen in entscheidender Weise. In einem mit Bedacht strukturierten Raum trifft die Choreografie auf zwei weitere akustische Elemente: die klanglichen Spuren der Zerlegung eines Elektrogeräts und eine Solo-Sonate für Trompete von HK Gruber.
THIS BEAUTIFUL MESSY THING
von Ioannis Mandafounis
In großer Enge sehnt man sich nach Weite, im Tohuwabohu nach Reduktion und Klarheit. Oft enthält etwas sein eigenes Gegenteil. Die Bilder und Situationen in »This Beautiful Messy Thing« sind von solchen Spannungen geprägt. Wo führt der Drang nach Veränderung hin? Vielleicht kann man die Kontraste selbst genießen, anstatt auf einen Moment zu hoffen, in dem alle Wünsche erfüllt sind. Beim Tanzen kann man mit den Grenzen der Situation spielen, anstatt von ihnen gebremst zu werden. Gegenstände, die als Baustoffe einer Szenerie dienen könnten, verweigern hier eine solche nützliche Ordnung und behaupten stattdessen als lärmende Objektchoreografie ihr Eigenleben. Da fliegt wohl einiges durch die Luft. In den Händen des Schlagzeugers Philipp Danzeisen vermischen sich Samples der verschiedenen Geräusche mit den Sounds der Trommeln. Die lebendige, organische Körperlichkeit der Tänzer:innen, eingegrenzt und gehalten durch das Bühnenbild, ganz nah am Publikum oder vereinzelt im Raum, wirkt so verletzlich wie kraftvoll. Es ist ein Stück von Mandafounis, nur noch lauter – und leiser.
Mit freundlicher Unterstützung des
Die Dresden Frankfurt Dance Company wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden und den Freistaat Sachsen sowie die Stadt Frankfurt am Main und das Land Hessen. Company-in-Residence in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste in Dresden und im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main.
»Überwiegend aber herrscht das Erwartungen evozierende Theater-Nichts, das Kahle: no Drama. Dahinein stellen sich die fünf Tänzerinnen und Tänzer mit dem ihnen eigenen Mut. Das allein zu beobachten, ist phantastisch. […] Bradleys etwa halbstündiges Werk […] ist ein kluges Panorama der kommunikativen Möglichkeiten zeitgenössischen Tanzes. Es ist ein Vergnügen, es anzuschauen und den John-Cage-haften, maschinenhaft knackenden Sound von Zachary Mentzos zu hören, eine irgendwann zur Trompete wechselnde Studie in Konzentration. […] Bradleys künstlerische Individualität ist sehr komplex und interessant.[…] Frankfurt, du bist wieder eine Tanzstadt.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Juni 2026
»Dennoch bleibt dieses Debüt des Australiers (Choreograf Thomas Bradley) als intensives, die Geduld des Publikums herausforderndes Unterfangen hängen. Der zweite Teil des finalen Doppelabends […], das vom Künstlerischen Direktor der Truppe, Ioannis Mandafounis, geschaffene „This Beautiful Messy Thing“, wirkt als Kontrapunkt wie eine Erlösung von den Zwängen, den Regeln, die vorher erst mal mit viel Anstrengung außer Kraft gesetzt werden mussten.«
Frankfurter Neue Presse, 6. Juni 2026
»Mandafounis arbeitet als Choreograf aus der Perspektive eines Tänzers. In „This Beautiful Messy Thing“ verhandelt er die Spannungen zwischen Weite/Tohuwabohu und Reduktion/Klarheit. Die beteiligten Tänzer:innen […] zeigen sich hierbei sehr agil, ausdrucksstark und mit vielen ausgefallenen Posen.[…] Die einzelnen Nummern unterscheiden sich dabei so stark, wie es die verschiedenen Persönlichkeiten der Tanzenden sind.«
kulturfreak.de, 5. Juni 2026

SEVERAL RHYTHMS SORT THOUGHTFULLY von Thomas Bradley,
Foto: Dominik Mentzos
Foto: Dominik Mentzos

THIS BEAUTIFUL MESSY THING von Ioannis Mandafounis,
Foto: Dominik Mentzos
Foto: Dominik Mentzos