See You.

Fragile Verbindungen #2
Foto: Felix Grünschloß
Theaterprojekt Junges Schauspiel
Für Jugendliche ab 14 Jahren
Kammerspiele
Uraufführung 28. Januar 2022

Termine

https://www.schauspielfrankfurt.de Schauspiel Frankfurt Neue Mainzer Straße 17, 60311 Frankfurt am Main
So. 02.10.2022
20.00–21.20
TEAM
Regie und Konzept: Martina Droste
Bühne und Kostüm: Michaela Kratzer
Chor: Christina Lutz
MIT
Aliyah Arrington, Anahita Azari, Ayman Ben Magahed, Georgios Choubardas, Maja Koj, Vincent Anias Lang, Richard Neubrand, Japhette Basinga Nsonsani, Joy Owie, Matteo Schultheis, Anastasija Šejič, Mobin Soltani, Helen Teketel
INHALT
Bedrohung. Verzweiflung. Perspektivlosigkeit. Immer mehr Jugendliche lassen sich auf einen lebensgefährlichen Fluchtweg nach Europa ein. Finden sie überhaupt einen Ort, der ihnen das Recht gibt, zu bleiben, anzukommen? Ein Leben in der Schwebe. Verlust von Vertrautem, den wichtigsten Menschen, einem Zuhause. Ein Ende von Vielem. Ein Bruch in der Biografie. Ein Anfang. Der Zustand Exil endet nicht mit der Ankunft an einem Ort. Vor 84 Jahren gelang engagierten privaten Organisationen die Rettung von ca. 20.000 zumeist jüdischen Kindern aus Deutschland heraus in Länder, die ein neues Leben boten. Sechs der »Kindertransport-Kinder« aus Frankfurt kommen in einer Ausstellung des Deutschen Exilarchivs 1933-1945 der Deutschen Nationalbibliothek zu Wort. In ihre bewegenden Geschichten ist ein inklusives, diverses Jugendensemble eingetaucht, das nach diesen Schwebezuständen fragt, und dem Recht, zu gehen, zu kommen und zu bleiben.
Die Produktion wird ermöglicht durch
PRESSESTIMMEN
»Massive schwarze Schaukeln, an eisernen Ketten hängend, schweben wie bedrohliche Schatten über einer Linie, die Jenseits vom Diesseits trennt. Es ist dunkel und leer, nur der schwermütige Klang eines Cellos erfüllt den Raum. Mit diesem kargen und umso eindringlicheren Bild beginnt im Kammerspiel die Inszenierung des Jugendstücks „See you“. […] Auf einer der Schaukeln sitzt ganz in sich zusammen gesunken ein junger Mann. Das Schicksal unbegleiteter Flüchtlingskinder rückt nah heran, bleibt aber noch undurchdringlich anonym. Einfühlsam richten sich nun immer differenziertere Fragen an ihn und all diejenigen, die ebenfalls auf den Schaukeln Platz nehmen. „Hattest du eine Kindheit?“ Es sind diese Fragen, die das Geschehen vorantreiben. […] Geschickt hat Michaela Kratzer (Bühne und Kostüm) für diese Lebenssituation ein Bild geschaffen: die Schaukel, Symbol beschwingter Freiheit und Kindheit, entfaltet hier mit ihren schweren schwarzen Ketten eine ambivalente Wirkkraft, sie schwingt vor und zurück, kreuz und quer, verdreht und verwirbelt sich, macht schwindelig und orientierungslos. […] „Grenzen sind etwas Ausgedachtes“ resümieren die Jugendlichen anhand historischer Fakten. Kritisch rütteln sie an scheinbar Unwandelbarem und stellen fest: Die Konstruktion des Nationalstaats ist überholt.«
Frankfurter Rundschau, 31. Januar 2022
Foto: Felix Grünschloß