Der Soziologe und Autor Tilman Allert spricht heute für den erkrankten Kollegen Andreas Reckwitz über  »Gemeinwohl« – ein Wert, den unser Grundgesetz gegenüber den Einzelinteressen zu berücksichtigen verspricht. Doch was hat es mit dieser Verpflichtung auf sich in einer Welt, die vor allem durch Selbstoptimierung und Selbstverwirklichung geprägt ist, in der jeder Einzelne sich in Konkurrenz zu anderen behaupten muss, um sich seinen gesellschaftlichen Status über Arbeit und Konsum zu erhalten? Müssen wir die Idee des Gemeinwohls in einer Gesellschaft der Diversität neu gewinnen und durch Bildung erst wieder vermitteln? Tilman Allert hat jahrelang an der Frankfurter Goethe-Universität zu den Themen Mikrosoziologie, Bildungssoziologe und Sozialpsychologie gelehrt und immer wieder zu aktuellen politischen Themen Stellung bezogen.

Tilman Allert (*1947 Lübeck), lehrte von 2000 bis 2012 an der Goethe-Universität, er hatte Gastprofessuren in Georgien und Armenien inne. Für seine Habilitationsschrift »Die Familie. Fallstudien zur Unverwüstlichkeit einer Lebensform« erhielt er 1999 den Christ-Hoffmann-Riem-Preis. 2015 erschien sein erfolgreiches Buch »Latte Macchiato«, in dem er den Lebensformen des Alltags nachgeht. Er schreibt u. a. auch für verschiedene Tageszeitungen wie die FAZ oder die Neue Züricher Zeitung.

Wegen kurzfristiger Erkrankung muss der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Reckwitz »Gemeinwohl _ Was bleibt vom Allgemeinen, wenn alle das Besondere wollen?« im Rahmen der Reihe »Denkraum« am Dienstag, 19. März um 20 Uhr im Chagallsaal leider entfallen. Stattdessen spricht der Soziologe Prof. Dr. Tilman Allert zum Thema: »Gemeinwohl und Gemeinschaft in Deutschland«. Für die Veranstaltung erworbene Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit oder können zurückgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.

MITDENKEN MITREDEN FRAGEN STELLEN ANTWORTEN SUCHEN

Der Denkraum ist eine partizipative Redenreihe im Schauspiel Frankfurt, in diesem Jahr anläßlich der 70 Jahre Grundgesetz zum Thema: »Verfassung_aber wie?« Nach jedem Impulsvortrag unseres Gastes erhalten alle Zuhörer die Möglichkeit, in kleinen Tischgesprächen zu jeweils zehn Personen die dargelegten Thesen und Analysen zu diskutieren und Fragen an den Redner oder die Rednerin zu formulieren. Der jeweilige Moderator des Abends sammelt diese Eindrücke ein und konfrontiert unseren eingeladenen Spezialisten auf diese Weise mit den Fragen des Publikums.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster »Normative Orders« der Goethe-Universität Frankurt. Gefördert von der Heraeus Bildungsstiftung.
Chagallsaal
Moderatorin
Marion Tiedtke

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