LÄRM. BLINDES SEHEN. BLINDE SEHEN! WAS ICH SAGEN WOLLTE (UA)

von Elfriede Jelinek
Schauspielhaus
Uraufführung 11. Februar 2022
TEAM
Regie: Stefan Bachmann
Bühne: Olaf Altmann
Kostüme: Jana Findeklee, Joki Tewes
Choreografie: Sabina Perry
Dramaturgie: Julia Weinreich
Licht: Frank Kraus
INHALT
Elfriede Jelineks neuer Text ist eine Abrechnung mit flexiblen Wahrheiten und kruden Verschwörungsmärchen. Der Berg ruft, und alle kommen: Ein junger Fürst der Finsternis, die Türkisen, Odysseus, Bill Gates, der König, Jesus, die Zauberin Circe, Herr Soros, sogar ein ganzes Schweineballett tritt auf. Bei Jelinek gibt's Zaubertrank für jeden und das Virus inklusive. Das ergreift auch gleich selbst das Wort, bis alle menschlichen Organe Alarm schlagen, während Circe
Odysseus zu einer Reise der ganz besonderen Art einlädt: Vom Berg runter geht es direkt in den Schweinemagentrakt und von dort in den Hades, wo alle mit Blindheit geschlagen sind. Wie blind kann man sein? Der Text selbst ist eine Odyssee der Wahrheitssuche inmitten einer Welt, in der »der Vorgang des Sehens vom Vorgang des Blindseins abgelöst« wird. In Zeiten von Pandemie und Populismus lotet Jelinek die sich selbst bedrohende zivile Vernunft aus – mal komisch, mal tragisch und immer messerscharf.
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