Spielzeit-Schwerpunkt

»Judenhass ist Menschen­hass«

Michel Friedman im Gespräch mit Ferdos Forudastan
Schauspielhaus
24. Januar 2021
MIT
Michel Friedman, Ferdos Forudastan
INHALT
»Jeder ist jemand«, hat der Dramatiker George Tabori gesagt. Das bedeutet: Niemand ist niemand. Die Würde des Menschen als Grundlage der Menschenrechte muss universell für alle Menschen gelten, oder sie gilt für niemanden. Was bedeutet das für unseren Blick auf Judenhass und andere Formen der Ausgrenzung heute? Sollen wir uns mit den Opfern solidarisieren oder müssen wir zunächst begreifen, dass jeder Übergriff, jede Diskriminierung uns alle betrifft? Der Publizist, Politiker und Autor Michel Friedman sagt: »Den Schlusspunkt der Gewalt zu verurteilen ist oft gut gemeint, aber dennoch wohlfeil. Es geht um die Anfangspunkte!« Im Gespräch mit der Journalistin Ferdos Forudastan wird Friedman zu diesen Grundsatzfragen Stellung beziehen.

Michel Friedman

Michel Friedman war 1983–2003 Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Ab 1990 war er im Vorstand des Zentralrats der Juden in Deutschland tätig, später auch als Vizepräsident. Er ist Publizist, Moderator, Jurist, Doktor der Jurisprudenz und der Philosophie und seit 2016 Honorarprofessor an der Frankfurt University of Applied Sciences.

Ferdos Forudastan

Ferdos Forudastan hat als Hauptstadtkorrespondentin der taz und der Frankfurter Rundschau, später als Moderatorin und Autorin für WDR und Deutschlandfunk gearbeitet. Sie war Sprecherin von Bundespräsident Joachim Gauck und anschließend Leiterin des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung. Seit April 2020 ist sie Geschäftsführerin der CIVIS Medienstiftung.
Ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.