Frankenstein

von Thomas Melle
nach Mary Shelley
Schauspielhaus
Premiere 17. April 2027
TEAM
Dramaturgie: Katrin Spira
INHALT
»Letztlich ist ›Frankenstein‹ ein Stoff über die Geworfenheit jeglicher Geschöpfe – das Monster stellt sich da gleich neben den Menschen, der es erschaffen hat. Denn auch der Mensch ist ein Geschöpf, das ohne eigenes Zutun in die Existenz entlassen wurde und das nun sehen muss, was es damit macht, wie es zurechtkommt. Das neue Geschöpf, jetzt, hier – ich stelle es mir vor als Designbaby, entwerfe es selbst als solches, als strahlendes, wunderschönes Kind in ewigen Zeiten der immer neuen Hybris, aus dem unendlichen Katalog von seinen reichen, optimiersüchtigen Eltern zur Vollendung ihres Daseins ins Leben gebracht. Die außen perfekte Kreatur aber kann und will diese Rolle nicht erfüllen. Etwas im Inneren stimmt nicht, und das (aber ist es das wirklich?) Mädchen, von allen bewundert und begehrt, zerschlägt auf dem Weg zur Frau die gängigen Oberflächen, Filter und Klischees und geht schließlich, Schritt für Schritt, in die brutale Revolte.

Etwas ist unvollständig, etwas ist ganz und gar schiefgegangen. Mit dieser Schuld müssen die Beteiligten leben, die Eltern, das Designunternehmen – und das Kind, die Kreatur, das Monster selbst. Ein Stück soll es also werden über Machbarkeit, Bindungslosigkeit und Schuld. Und das Schreckliche der Schönheit.« (Thomas Melle)

Die Regisseurin Lilja Rupprecht und den Autor Thomas Melle verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit. Für das Schauspiel Frankfurt bearbeitet Melle den Stoff der englischen Romantik neu. Rupprecht ist dem Frankfurter Publikum bereits bestens bekannt, sie inszeniert hier zum sechsten Mal. Zuletzt war in ihrer Regie Jelineks »Sonne/Luft«, Fassbinders »Die Ehe der Maria Braun« sowie E.T.A. Hoffmanns »Der Sandmann« zu sehen.

Vor euch liegt die Welt.