In unserer Gesellschaft herrscht eine soziale Angst, die sich um das Eigene dreht und sich vom Fremden bedroht fühlt. Die einen haben Angst vor der Minderheit, die anderen vor der Mehrheit. Wer bedroht hier wen? Der Pianist Igor Levit warnte bereits des Öfteren vor dem systematischen Antisemitismus in Deutschland und davor, dass dieses menschenverachtende Denkmuster sich gegen immer weitere Kreise der Bevölkerung richtet: Einzelpersonen, Geflüchtete, Muslim_innen, Frauen, Linke, Homosexuelle, Transsexuelle, Umweltaktivist_innen – der Hass macht vor niemandem halt. In der Auftaktveranstaltung »Wo beginnt die Angst?« wird der Romancier und Essayist Robert Menasse, der für seinen Europa-Roman »Die Hauptstadt« mit dem Deutschen Buchpreis 2017 ausgezeichnet worden ist, Position beziehen zum Erstarken völkisch-nationalistischer Denkweisen und Handlungen. An die Frage »Wo beginnt die Angst?« schließen sich drei weitere Fragen an: Wie wollen wir eine pluralistische Gesellschaft leben? Wo beginnt der Widerstand und in welchen Allianzen kann er sich formieren? Welche neuen Erfahrungen können wir uns erhoffen?

Robert Menasse

Robert Menasse (*1954) studierte Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina. Anschließend lehrte er sechs Jahre an der Universität São Paulo. Menasse lebt heute als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.
Schauspielhaus

04. Oktober 2020
Termine
So 04.10.2020 11.00
Mit
Robert Menasse