Foto: Birgit Hupfeld
Wladimir und Estragon warten vergeblich – aneinander geklammert und doch fundamental allein. Sie sind gefangen im leeren Raum; zwischen Anfang und Ende, unfähig, sich dem einen oder anderen zuzuwenden. In ihrer clownesken Art vertreiben sich die Protagonisten die Zeit. Alles geschieht in Erwartung des ominösen Godot, der ihnen als Erlösung aus dem unangenehmen Zustand des Wartens gilt. Die endlosen Wiederholungen, aus denen das Leben der beiden besteht, verwischen die Spuren ihrer Erinnerungen bis zu dem Punkt, wo alles ins Wanken gerät und ihnen nichts mehr als gesicherte Erkenntnis erscheint. – Die Schrecken des Zweiten Weltkriegs waren allgegenwärtig, als Samuel Beckett 1948 sein absurdes Theaterstück schrieb und darin die existenzialistische Frage nach dem Sinn des Seins aufwarf. Robert Borgmann inszeniert Becketts Werk als eine Spurensuche nach dem Godot unserer Tage, die von Ungewissheiten und den Sensationsmeldungen des 24-Stunden-Nachrichtenzyklus bestimmt werden.

Wir weisen Sie darauf hin, dass bei der Aufführung »Warten auf Godot« an einigen wenigen Stellen Stroboskoplicht zum Einsatz kommt.

Pressestimmen

»Isaak Dentler und Samuel Simon […] sind das Herz der Inszenierung. Schon beim Einzug des Publikums erkunden sie wie spielende Kinder die Bühne. Die stets richtige Betonung der oft repetitiven Dialoge und das perfekte Timing zwischen den beiden bei dem Quatsch, mit dem die Figuren ständig versuchen, einander herauszufordern, schaffen etwas, woran viele Inszenierungen des Stücks scheitern, indem sie den Witz des Textes nicht gegen die Unheimlichkeit dieser leeren Welt ausspielen, sondern die beiden miteinander in Einklang bringen.«
Süddeutsche Zeitung, 16. Januar 2019
» […] einem Happening der ganz besonderen Art. […] , […] ein Gesamtkunstwerk. […] Beide – Isaak Dentler und der jüngere, schmächtige Samuel Simon – agieren sehr körperlich. […] Doch immer wieder halten sie inne, leuchten die Ausweglosigkeit ihrer tragischen Figuren aus und bringen die wunderbare Partitur der Beckettschen Sprache zum Klingen. Ihre Traurigkeit rührt an.«
Frankfurter Neue Presse, 14. Januar 2019
» […] Borgmanns Beckett wirkt nicht aktuell, aber auf diffuse Weise heutig, denn er ist emotionalisiert und widersprüchlich und bewirtschaftet die Gegensätze, die er hervorbringt. […] Samuel Simon, noch keine dreißig, ist als Estragon das irisierende Zentrum dieser Inszenierung; […] (Er) ist ein Körpersprachkünstler, der unablässig Signale sendet, abgestuft bis ins Feinste, zuweilen fast schon Unmerkliche.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Januar 2019
» […]  Sehr texttreu, sehr nah an Beckett dran. […] Eine sehr fokussierte, eine sehr dichte Inszenierung war das. […] Die Verzweiflung des Wartens, des Ausgeliefertseins haben sie (Anmerkung: die Schauspieler) sehr fühlbar gemacht. […] Wir erleben einen Godot in Reinform, einen Godot, der das Publikum fordert und toll gespielt wird – so könnte man das auf den Punkt bringen.  […] Der Einsatz des Lichtes, die Beleuchtung zum Beispiel war fantastisch. Einige wirklich sehr gute Bilder hat man da auf der Bühne gesehen. […] das war sehr durchdacht, das war wirklich gutes Handwerk, das man da in allen Beziehungen gesehen hat.«
hr2 Frühkritik, 14. Januar 2019
» […]. Überhaupt streift Regisseur Robert Borgmann einige Details des kargen Nachkriegsambientes aus Becketts Stück von 1949 ab und übersetzt es überzeugend in die heutige Zeit. […] insgesamt trägt das spielfreudige, wandlungsfähige Ensemble die Zuschauer gut durch die zweieinhalb handlungsarmen Stunden. Borgmanns ästhetisierte und zugleich poetische Inszenierung präsentiert Becketts Klassiker erstaunlich farbenfroh und frisch.«
SWR 2, 14. Januar 2019
»Haften bleiben […] starke Impressionen von der Zurückgeworfenheit des Individuums auf sich selbst, etwa bei den offensiveren Lebensstrategien Wladimirs oder Pozzos. Vor allem aber die schmalen Gestalten des stets zweifelnden Estragon oder des stoischen Lucky, der wie eine rätselhafte Sphinx über die Bühne geistert, biegen sich in wunderbar poetischen Szenen der Verlassenheit wie filigrane Schilfrohre im Wind, in welche Richtung dieser auch immer wehen mag.«
Rhein Neckar Zeitung, 14. Januar 2019
»Es ist eine Inszenierung voller Tragik, Komik und Genialität, die Robert Borgmann hier auf die Bühne gebracht hat. Eine Inszenierung, die mitten ins Herz trifft und einen auch Tage später nicht loslässt.«
Journal Frankfurt, 6. Februar 2019

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Schauspielhaus

Premiere 12. Januar 2019

ca. 2 Stunden 20 Minuten, keine Pause
Termine
So 24.03.2019 16.00 – 18.20
Do 04.04.2019 19.30 – 21.50
Mo 15.04.2019 19.30 – 21.50
Fr 19.04.2019 19.30 – 21.50
Mi 24.04.2019 19.30 – 21.50
Bühne und Regie
Robert Borgmann

Kostüme
Bettina Werner

Musik
Philipp Weber

Video und Lichtdesign
Carsten Rüger

Dramaturgie
Lukas Schmelmer

Besetzung
Isaak Dentler (Wladimir)
Max Mayer (Lucky)
Heiko Raulin (Pozzo)
Samuel Simon (Estragon)
Joel Borod / Shai Hoppe (Junge)