Foto: Jessica Schäfer
Die Geschichte eines Sommers und vom Ende einer Kindheit. In der flämischen Provinz wächst Eva mit ihren Geschwistern in einer dysfunktionalen Familie auf, in der die Kinder versuchen, sich gegenseitig Halt zu geben. Eva verbindet eine Sandkastenfreundschaft mit den beiden Jungen Pim und Laurens, bis sie sich dem Erwachen ihrer Sexualität bewusst werden und schließlich eines ihrer Spiele außer Kontrolle gerät. In den Wirren ihrer Adoleszenz ist das Fehlen jeglicher moralischen Instanz eklatant. Die Katastrophe bereitet sich vor in einem Klima aus Klatsch und Schweigen in der Enge des Dorfes. Neun Jahre später kehrt Eva an den Ort des Verbrechens zurück – und sie hat einen Racheplan. »Und es schmilzt« ist die Uraufführung des vielbeachteten Romandebüts von Lize Spit, die mit schonungsloser Klarheit das Unsagbare auslotet und die Frage nach individueller Verantwortung und Solidarität stellt.

Pressestimmen

»Es sind solch brillant komponierten Szenen, […] die nun auch auf der Theaterbühne ihre Wirkkraft haben. […] Stark ist […] die Titelfigur Eva, vor allem auch, weil Friederike Ott ihre Verunsicherung und ihre Zerrissenheit so eindringlich in Szene setzt. Wie ihre Hände verkrampfen, während sie ein gespieltes Lächeln aufsetzt, wie ein verletzender Satz genügt, damit ihre Mimik erstarrt, wie der Schrecken in ihren Körper fährt: Das beeindruckt. […] Was glückt, ist eine Inszenierung, die einen angreift, die einen verunsichert, die eigenständig neben Spits Roman bestehen kann.«
nachtkritik.de, 15. November 2019
»[…] das Taumeln, Fallen, Erbrechen und Nicht-wieder-auf-die Beine-kommen davor, Ekel und Mitleid mischen sich, ein schauspielerische Glanzleistung von Christina Geiße. […] Dabei gewinnt die Frankfurter Produktion gerade aus ihrer realistischen Charakterisierung der Personen Wucht, Eindringlichkeit und eine verstörende Wirkung. Die Verwirrung der pubertierenden Eva bringt Friederike Ott grandios zum Ausdruck.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. November 2019
»In einer überzeugenden Art ist es Marlene Anna Schäfer gelungen, den fünfhundert Seiten starken Roman derart auf eindreiviertel Stunden zu komprimieren, dass der Nährboden für das monströse Treiben in einer Welt, in der der Horizont einer Hoffnung gerade mal bis zur vollautomatischen Melkanlage reicht, fasslich wird.«
Offenbach Post, 18. November 2019

Bildergalerie

Audio

Kammerspiele

Uraufführung 15. November 2019

ca. 1 Stunde 40 Minuten, keine Pause
Termine
Sa 30.11.2019 20.00 – 21.40
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
So 01.12.2019 18.00 – 19.40
Mo 09.12.2019 20.00 – 21.40