Foto: Birgit Hupfeld

Ist das die Vernichtung?

Über zwanzig Jahre ist es her, dass Alice und Edgar sich die ewige Treue geschworen haben, bis der Tod sie scheidet. In der Zwischenzeit ist ihnen die Ehe zum Gefängnis geworden, der Alltag zur Hölle und der Tod ist noch so fern. Also gilt es, sich die Wartezeit zu verkürzen in einem fortwährenden Spiel ohne Regeln und Grenzen, durch die jahrelange Gewöhnung aneinander sind sie sich schutzlos ausgeliefert. Als ihr Jugendfreund Kurt auftaucht, wirkt er wie ein Brandbeschleuniger auf ihr Spiel an der Schwelle zum Wahnsinn.

August Strindberg hat mit seinem »Totentanz« ein Stück über die lustvolle und verzweifelte Zerfleischung zweier Menschen geschrieben, die nur der Tod aufhalten kann. Aber immerhin: diese Toten tanzen noch. Daniel Foerster, der in der Box Strindbergs »Fräulein Julie« kraftvoll und abgründig inszeniert hat, widmet sich nach dem leidenschaftlichen Kennenlernen nun dem grausamen Tanz des Alltags einer Ehe.

Das REGIEstudio am Schauspiel Frankfurt wird ermöglicht durch
Pressestimmen
Alice und Edgar, das Paar aus Strindbergs »Totentanz«, sind die Prototypen aller theatralischen Eheschlachten. Der junge Regisseur Daniel Foerster jagt sie am Schauspiel Frankfurt durch eine böse Horror-Groteske, so spielfreudig wie sabbernd. [...] Hier hat jemand formal wie inhaltlich einen starken eigenen Zugriff, ohne das Stück dabei zu erwürgen, das fällt auf unter den oft so gellend nur sich selbst und die eigenen Mittel feiernden Jungregisseuren: Foerster interessiert sich für die Figuren.
Süddeutsche Zeitung
Das Schauspieler-Ehepaar Constanze Becker und Oliver Kraushaar spielt ein traumhaftes Horrorpaar. Edgar und Alice provozieren und reizen einander buchstäblich bis aufs Blut. Kraushaar empfiehlt sich wieder einmal als ein Meister der stimmlichen Modulation.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ein unterhaltsamer Abend, nicht nur wegen des außergewöhnlichen Konzepts, der vielen Ideen, sondern vor allem wegen der Schauspieler: Becker, Kraushaar, Benthin und Lukas sind in diesem exaltierten Familienchaos das perfekte Ensemble, wie sie zu viert simultan auf der Bühne sich anspielen, sich bespielen, wie sie als Solisten in intimen »Spielblasen« auf der kleinen Bühne Atmosphären schaffen, ist wirklich sehr sehr große Kunst.
Deutschlandradio Kultur
Foerster stürzt sich in seiner Inszenierung auf alles Surreale aus Strindbergs »Totentanz«, er kitzelt das Alptraumhafte, das Wirre und Psychotische hervor. Die vormals aufgeräumte Bühne wird mehr und mehr zum Schlachtfeld.
Nachtkritik
Kraushaar beeindruckt mit extremen Ausbrüchen. Constanze Becker spielt toll die Femme fatale.
Bild
Daniel Foerster, kaum dreißigjähriger »Regiestudio«-Stipendiat am Schauspiel Frankfurt, inszenierte Strindbergs »Totentanz« – ganz hinreißend. [...] Becker: eine erotische Vampirella mit Flügel-Frisur, Netzstrümpfen, Nietenstiefeletten und lila-schwarzem Abendkleid mit Schleppe, deren üppige Formen in Schulterflügeln auslaufen, derweil sie die chansonartige Musik in ihrer Bewegung fließen lässt: sinnlich-verrucht, weich tanzend, sich fläzend. Michael Benthins Kurt, der die Zwei in ihrer Isolation aufsucht, kommt grün-schwarz in Geckenanzug und -frisur daher. Auch er spielt umwerfend, stets im Vertrauen auf Foersters Vision aus Bewegung, Klang, Licht (Frank Kraus) und Sprache. Intelligente Regie mit Könnern.
Frankfurter Neue Presse
Ein geniales und ins Monströse verzerrtes Spiel über zwischenmenschliche Abgründe. [...] Eine genial verstörend wirkende Inszenierung und fesselnde Schauspielkunst.
Kulturfreak
Nicht ohne Humor hat Daniel Foerster August Strindbergs »Totentanz« als fulminanten Zerfleischungsreigen inszeniert, der von Anfang an betört. In grandiosem Spiel liefern sich die vier Akteure ein Scharmützel nach dem anderen und loten dabei jede emotionale Untiefe aus.
Frizz Online

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Schauspielhaus

Premiere 14. Juni 2016

1 Stunde 40 Min., keine Pause
Termine
So 21.05.2017 18.00 Uhr – 19.40 Uhr