Foto: Felix Grünschloß
»Im Dickicht der Einzelheiten« von Wilhelm Genazino
Das Schauspiel Frankfurt begann in der Spielzeit 2018/19 eine neue Serie, in der Autor_innen Biografien in dieser Stadt zum Ausgangspunkt ihres Schreibens wählen. Über drei Jahren entstehen in jeder Spielzeit jeweils drei Uraufführungen als Monodramen, die das Solo eines Lebens darstellen, gespielt von einer Schauspielerin oder einem Schauspieler des Ensembles. Den Anfang macht der Büchner-Preisträger und Frankfurter Autor Wilhelm Genazino. Bekannt ist er für seine Romane, die insbesondere oft auch in Frankfurt spielen. Sein bekanntestes Werk ist der »Abschaffel«. Er hat einen Flaneur in den Mittelpunkt seines Monodramas gestellt, der durch die Mainmetropole streift und dabei Straßenszenen und Alltägliches beobachtet. Zwischen Banken, Müll, Parks und Geschäften entsteht dabei die Poesie einer modernen Großstadt, verknüpft mit persönlichen Erinnerungen sowie Aphorismen über Erfolg, Autorenschaft und Heimat.

»Ein Hund namens Dollar« von Teresa Präauer
Wie kann man aus nichts Geld machen? Ein Spekulant kauft sich den hässlichsten Hund auf einer Hundemesse, der ihm einen Tag lang zum vertrauten Begleiter in der Stadt wird. Als beide schließlich am Eurozeichen im Zentrum der Stadt landen, ist der Hund nicht mehr zu bremsen: er springt von Stern zu Stern und schon bald bleibt dieses auffällige Paar nicht allein. Gewusst wie, erzielt unser Spekulant beim Verkauf des Hundes schließlich einen Preis, der sich sehen lassen kann. Das dramatische Kaleidoskop zu Frankfurt schließt in diesem Jahr das Monodrama der Wiener Autorin ab, gespielt von dem Schauspieler Felix Rech, der dem Frankfurter Publikum durch Aufführungen wie »Penthesilea« und »Prinz von Homburg« bekannt ist.
 
Teresa Präauer hat im Rahmen der neuen Serie »Stimmen einer Stadt« zum ersten Mal einen Theatertext geschrieben. Die Wienerin ist Bildende Künstlerin und Autorin. Ihr Roman »Für den Herrscher aus Übersee« wurde zur Frankfurter Buchmesse 2012 mit dem aspekte-Literaturpreis des ZDF für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. Im Herbst 2014 erschien der Künstlerroman »Johnny und Jean«, ausgezeichnet mit dem Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 und nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015. Präauer wurde 2017 mit dem Erich-Fried-Preis ausgezeichnet. Im Sommersemester 2016 hatte sie eine Gastprofessur für Literatur an der Freien Universität Berlin inne.

In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Frankfurt. Ermöglicht durch den Hauptförderer, die Deutsche Bank Stiftung, sowie die Aventis Foundation, Deutsche Vermögensberatung, FAZIT-STIFTUNG und die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst- und Kulturpflege.

Video

Kammerspiele
Regie
Anselm Weber

Bühne und Video
Philip Bußmann

Kostüme
Mareike Wehrmann

Musik
Thomas Osterhoff

Dramaturgie
Marion Tiedtke

Besetzung
Matthias Redlhammer, Felix Rech