Eine Frau geht ein letztes Mal durch das Hotel, das sie jahrelang geleitet hat. Ein letztes Mal schweift ihr Blick über die Terrasse des Hotels, über das Viertel, das sich so verändert hat zwischen der Eröffnung in den 90ern und dem Abschied jetzt. Es ist ein unsentimentaler Abschied, so unsentimental wie die Frau, die erzählt. Ihre Erinnerungen schweifen vom Hotel ab in ihre Kindheit in Ginnheim, zu den Eltern, dem melancholischen Vater und der lebensstarken Mutter. Immer sind es Erinnerungen einer Frau, die die Herausforderungen des Lebens mit trockenem Humor und großem praktischen Verstand angenommen hat.
Thomas Pletzinger, 1975 in Münster geboren, studierte Amerikanistik in Hamburg, anschließend am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Pletzinger ist ein Meister der literarischen Reportage. Mehrere Jahre widmete er sich seiner Leidenschaft, dem Basketball, z.B. mit »Gentlemen, wir leben am Abgrund« (2012) und »The Great Nowizki«, das im Frühsommer 2019 erscheinen wird. Mit dem Roman »Bestattung eines Hundes« (2008) setzte sich Pletzinger auch als literarischer Erzähler durch.

In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Frankfurt. Ermöglicht durch den Hauptförderer, die Deutsche Bank Stiftung, sowie die Aventis Foundation, Deutsche Vermögensberatung, FAZIT-STIFTUNG und die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst- und Kulturpflege.

Pressestimmen

»An dem […] Premierenabend in den Kammerspielen offenbarte sich, dass die Idee von einem „Kaleidoskop des Urbanen“ […] wiederum in einer erfreulichen Weise aufgegangen ist. […] Fokussiert auf die sämtlich ganz herausragenden Schauspieler, hat Intendant Anselm Weber die Stücke […] inszeniert. Das ist ein so fulminanter wie wirklichkeitssatter Abend […].«
Frankfurter Neue Presse, 8. April 2019
»Es ist ein großer Gewinn, dass das Schauspiel Frankfurt Regisseur Anselm Weber und die drei Autoren ihren Protagonisten treu bleiben. Es ist ein Abend der Nuancen, und diese Nuancen setzten die drei Schauspieler auf der immer gleichen schrägen weißen Bühne recht unterschiedlich in Szene. […]Anna Kubin im Text von Thomas Pletzinger, hier erzählt eine Tochter direkt über ihre Eltern und deren Hotel im Bahnhofsviertel, ein reportagehafter Text, grandios gespielt. […] Hier ist das Stadttheater tatsächlich mal in Augenhöhe mit seinen Besuchern. Man kann sich gut vorstellen, dass dieses Projekt noch einige Jahre weitergeführt wird, als Dialog der Stadt mit sich selbst.«
SWR2, 8. April 2019
»Das Projekt Stimmen einer Stadt gehört zu den reizvollsten Ideen, die das Schauspiel Frankfurt unter Anselm Weber ausgeheckt hat, in diesem Fall zusammen mit dem Literaturhaus Frankfurt.[…] Den […] Part meistert er (Anm.: Peter Schröder) mit einem Irrwitz an Konzentration, der Figur drückt er den Schröder-Stempel auf, dessen markantester Bestandteil ein unfassbar offenes und doch hintergründiges Lächeln ist, das sich zum Lachen erweitern kann.«
Frankfurter Rundschau, 8. April 2019
»Branka, die slowenische Wirtin eines Frankfurter Gasthauses, wurde zur markantesten Stimme dieses Theaterabends. Nicht nur mit ihrem charakteristischen Lachen, auch mit ihrer starken Persönlichkeit  begeisterte die Wahlfrankfurterin in Gestalt von Christina Geiße das Publikum.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. April 2019

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Uraufführung 06. April 2019
Regie
Anselm Weber

Bühne und Video
Philip Bußmann

Kostüme
Mareike Wehrmann

Musik
Thomas Osterhoff

Dramaturgie
Ursula Thinnes

Besetzung
Anna Kubin