Foto: Felix Grünschloß
»Absturz« von Olga Grjasnowa
Eine 30-jährige Mitarbeiterin am Frankfurter Flughafen wird eines Morgens geweckt: Eine Maschine ihrer Airline ist abgestürzt, sie soll die Angehörigen betreuen. Der Absturz verändert von einem auf den anderen Moment nicht nur das Leben der anderen, sondern auch ihr eigenes. Ihre erste Liebe ist unter den Toten, Erinnerungen kommen hoch, die Trauer um den Verlust eines ungeborenen Kindes und die ewige Suche nach dem Sinn in einer Welt der modernen, vereinzelten Transitexistenzen, die überall und nirgendwo zuhause sind. Doch wann hört die Flüchtigkeit des Lebens auf?

Olga Grjasnowa ist erfolgreiche Romanautorin und eigentlich nicht Dramatikerin, doch sie hat die Herausforderung der Auftragsarbeit für das Schauspiel Frankfurt gerne angenommen. Bekannt ist sie für ihre Romane »Der Russe ist einer, der die Birken liebt« und »Gott ist nicht schüchtern«, die mit großer Aufmerksamkeit in den Medien aufgenommen wurden. Als Tochter einer jüdisch-russischen Familie ist sie in Aserbaidschan geboren, als Kontingentflüchtling in Hessen aufgewachsen, am Stadtrand von Frankfurt zur Schule gegangen. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und gehört zu den spannendsten Autorinnen ihrer Generation.

»Ein Hund namens Dollar« von Teresa Präauer
Wie kann man aus nichts Geld machen? Ein Spekulant kauft sich den hässlichsten Hund auf einer Hundemesse, der ihm einen Tag lang zum vertrauten Begleiter in der Stadt wird. Als beide schließlich am Eurozeichen im Zentrum der Stadt landen, ist der Hund nicht mehr zu bremsen: er springt von Stern zu Stern und schon bald bleibt dieses auffällige Paar nicht allein. Gewusst wie, erzielt unser Spekulant beim Verkauf des Hundes schließlich einen Preis, der sich sehen lassen kann. Das dramatische Kaleidoskop zu Frankfurt schließt in diesem Jahr das Monodrama der Wiener Autorin ab, gespielt von dem Schauspieler Felix Rech, der dem Frankfurter Publikum durch Aufführungen wie »Penthesilea« und »Prinz von Homburg« bekannt ist.

Teresa Präauer hat im Rahmen der neuen Serie »Stimmen einer Stadt« zum ersten Mal einen Theatertext geschrieben. Die Wienerin ist Bildende Künstlerin und Autorin. Ihr Roman »Für den Herrscher aus Übersee« wurde zur Frankfurter Buchmesse 2012 mit dem aspekte-Literaturpreis des ZDF für das beste deutschsprachige Prosadebüt ausgezeichnet. Im Herbst 2014 erschien der Künstlerroman »Johnny und Jean«, ausgezeichnet mit dem Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 und nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015. Präauer wurde 2017 mit dem Erich-Fried-Preis ausgezeichnet. Im Sommersemester 2016 hatte sie eine Gastprofessur für Literatur an der Freien Universität Berlin inne.

In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Frankfurt. Ermöglicht durch den Hauptförderer, die Deutsche Bank Stiftung, sowie die Aventis Foundation, Deutsche Vermögensberatung, FAZIT-STIFTUNG und die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst- und Kulturpflege.

Video

Kammerspiele
Regie
Anselm Weber

Bühne und Video
Philip Bußmann

Kostüme
Mareike Wehrmann

Musik
Thomas Osterhoff

Dramaturgie
Marion Tiedtke

Besetzung
Friederike Becht, Felix Rech