Nach Mitternacht

nach Irmgard Keun
Für die Bühne bearbeitet von Barbara Bürk
Kammerspiele
Premiere 17. September 2021
INHALT
Nach Mitternacht« ist Irmgard Keuns großer Frankfurt-Roman: Es ist das Jahr 1936. Adolf Hitler ist am Opernplatz. Vom Balkon des Cafés Esplanade sehen Sanna und ihre Freundin Gerti seinem Aufmarsch zu, der die ganze Stadt blockiert. Sanna versteht die fieberhafte Hysterie nicht. So wenig wie die Tatsache, dass Gerti nicht mit Dieter Aaron tanzen darf, weil es »Rassengesetze« gibt, Sannas Bruder Alois, ein bisher angesehener sozialkritischer Schriftsteller plötzlich Bücher schreibt, die auf der Liste der verbotenen Bücher stehen, und ihre eigene Tante Adelheid sie denunziert, weil sie sich weigert, sich im Radio von Göring beschimpfen zu lassen. Irmgard Keuns Roman ist eine bitterböse Schilderung des Alltags im Nationalsozialismus. Keun veröffentlichte ihren Roman im Frühjahr 1936 im Exil. Eine Zeit lang lebte, schrieb und trank sie mit Joseph Roth. Und kehrte dann mit falschem Pass nach Deutschland zurück, um in der Nachkriegszeit das Fortleben des deutschen Ungeistes zu geißeln.
Ich stehe auf der Straße, die Nacht ist meine Wohnung.