Wir befinden uns an Bord der Zimorodok I, Schiff der russischen Raumstreitkräfte, zu Beginn des 22. Jahrhunderts. Die Mission besteht in einer Reise zum Mond Kallisto, in der Hoffnung, dort einen Ozean zu entdecken. Michel Decar zeichnet in seinem neuen Stück eine Gruppe verschrobener Figuren – wir lernen die lebensmüde Chef-Ingenieurin Natascha kennen, den Geochemiker Kolja, der die Außenhülle des Raumschiffs knirschen hört, den Co-Piloten Boris, der sich als Science-Fiction-Autor versucht… Während die Kosmonaut_innen jahrelang in ihrem Raumschiff unterwegs sind, verstricken sie sich in zutiefst menschliche Beziehungen. In einer schier endlosen Anzahl kleiner Text-Vignetten spielt sich hochverdichtet und rasend komisch etwas zwischen Screwball-Komödie und existentieller metaphysischer Sinnsuche ab. Auf ihrem Flug mit ungewissem Ausgang durch die Weiten des Kosmos bleibt den Figuren schlussendlich die melancholische Erkenntnis: »Die Liebe ist es nämlich, die alles vernichtet, die Zukunft, den Fortschritt, einfach alles.«
Kammerspiele

Uraufführung 04. Dezember 2020
Regie
Robert Gerloff

Bühne
Max Lindner

Musik
Cornelius Borgolte

Chroeografie
Zoë Knight

Dramaturgie
Katja Herlemann