Der politische Diskurs und dessen künstlerische Reflexion ist der Grundpfeiler einer offenen und freien Gesellschaft. Angesichts der schwerwiegenden Krisen der Gegenwart sind der Austausch von Gedanken und die respektvolle Diskussion entgegenstehender Positionen notwendiger denn je. Dagegen sind jedoch ein stupides Beharren auf vorgefertigten Meinungen und eine Gravitation zu immer extremeren Standpunkten zu beobachten. Die Angriffe auf politische und künstlerische Äußerungen sowie jene, die sie tätigen, durch eine wiedererstarkende Rechte einerseits und selbstauferlegte Sprach- und Denkverbote innerhalb der Linken andererseits, lähmen diesen Diskurs. Thomas Melles Stück »ODE« geht der Frage nach, welche Rolle der Kunst im Allgemeinen und dem Individuum im Speziellen angesichts dieser aktuellen Entwicklungen zukommt. Wie kann die Reproduktion immer gleicher Fehler durchbrochen, die Erschaffung immer neuer/alter Täter_innen und die Herstellung repressiver Systeme verhindert werden?

Das Studiojahr Schauspiel wird ermöglicht durch die Aventis Foundation und die Crespo Foundation.

Kammerspiele

Premiere 30. April 2021
Regie
Anne Bader

Bühne und Kostüme
Sylvia Rieger

Musik
Matthias Schubert

Dramaturgie
Lukas Schmelmer