Hendrik Höfgen, ein vom Ehrgeiz zerfressener Schauspieler, arrangiert sich aus Karrieregründen mit der nationalsozialistischen Ideologie und steigt in der Diktatur zum Theaterstar auf. Höfgens Weg ist gesäumt von den Scherben zerbrochener Freundschaften, alles opfert er seinem Traum vom Ruhm. Seine Geliebte Juliette Martens zwingt er zur Emigration, weil die rassistische Staatsräson seine Verbindung zu ihr als schwarze Frau nicht duldet. Klaus Mann kannte diesen Typus des Opportunisten sehr gut: Sein Schwager Gustaf Gründgens war ihm erschreckendes Vorbild. Obwohl Mann das Werk nicht als Schlüsselroman verstanden wissen wollte, klagte Gründgens Erbe gegen die Verbreitung. 1981 erschien trotz Verbots eine Neuausgabe und der Roman wurde zu einem Kultbuch. Mephisto ist auch heute noch ein exemplarisches Werk antifaschistischer Agitationsliteratur. Mann stellt mit scharfzügiger Komik und detaillierter Menschenbeobachtung die Frage nach der individuellen Verantwortung, nach Opportunismus und Widerstand und wie sich die Kunst zur Macht verhält.
Schauspielhaus

Premiere 03. Oktober 2020
Termine
Sa 03.10.2020 19.30
Regie
Claudia Bauer

Bühne
Andreas Auerbach

Kostüme
Vanessa Rust

Musik
Peer Baierlein

Dramaturgie
Katja Herlemann