Drei Theaterstücke hat die Lyrikerin Else Lasker-Schüler geschrieben. Ihr letztes, das 1940/41 im Jerusalemer Exil entstanden ist, blieb ein Dramen-Fragment: »IchundIch« ist ein sprachmächtiges und satirisch-hellsichtiges Drama ihrer Zeit, in dem die Dichterin das Publikum in eine Generalprobe einlädt. Schauplatz der Handlung ist die Hölle: Faust, Mephisto und Marte Schwertlein treffen hier mit Hitler, Goebbels und Göring zu einem grotesk-komischen Stelldichein aufeinander. Bei Lasker-Schüler endet dieses utopische Arrangement in einem überraschenden Kompromiss zwischen Faust und Mephisto gegen den rechten Barbarismus. Der Teufel persönlich verbündet sich mit Faust gegen die Nazi-Schergen, bis am Ende alle buchstäblich zur Hölle fahren und im Lavastrom untergehen. Im letzten Akt ergreifen die Autorin selbst und eine Vogelscheuche das Wort und es entspinnt sich ein Dialog, der die traumatische historische Situation sprachlich reflektiert und der in einem Ruf nach einer neuen Poetik mündet.
Kammerspiele

Premiere 02. Oktober 2020
Termine
Fr 02.10.2020 20.00
Regie
Christina Tscharyiski

Ausstattung
Dominique Wiesbauer und Verena Dengler

Dramaturgie
Julia Weinreich

Besetzung
Friederike Ott (Die Dichterin)
Wolfgang Vogler (Mr. Sweet)
Matthias Redlhammer (Faust)
Florian Mania (Mephisto 1 / Baal)
Fenna Benetz, Anna Bardavelidze, Nina Plagens (Theaterwelt heute / von Schirach)
Heidi Ecks (Marte Schwertlein / Vogelscheuche)
Tanja Merlin Graf (Mephisto 2)
John Sander (Göring / Hitler)
Uwe Zerwer (Goebbels)