Künstliche Intelligenz ist die Religion unserer Gegenwart und Zukunft. Einige stehen ihr kritisch gegenüber, andere euphorisch, manche hilflos. Der denkende Mensch steht zur Disposition: Er ist zu langsam, zu unberechenbar, zu ineffizient. Die Autorin Miroslava Svolikova und die Regisseurin Jessica Glause imaginieren den neuen Menschen und fragen: »Was bedeutet es eigentlich, ein Mensch zu sein? Wenn alle Programme auf einem künstlichen Bewusstsein eingeschleust werden, die ein Mensch durchleben kann, wird das künstliche Bewusstsein dann menschlich oder explodiert es im Overload? Was macht den Menschen zum Menschen, wie lässt sich das reflektieren und wo ist dann auch wieder Schluss mit der Reflexion? Und was sagt Adorno dazu, während er an seinem Kaffee nippt? Oder Horkheimer. Oder einer von diesen alten Männern, die schon tot sind. Und die Synapsen. Ja, die Synapsen reden sowieso die ganze Zeit, aber worüber? Die Gehirnzellen feiern ein fröhliches Spiel, das künstliche Bewusstsein bricht aus, hoffentlich geht die Versuchsanordnung nicht schief.«
Kammerspiele

Uraufführung 05. Februar 2021
Regie
Jessica Glause

Bühne und Kostüme
Mai Gogishvili

Musik
Joe Masi

Dramaturgie
Julia Weinreich