Der fromme jüdische Lehrer Mendel Singer lebt mit seiner Familie im Russischen Reich. Diesen »einfachen Mann« schickt Joseph Roth in seinem Roman auf eine Odyssee: Mendels jüngster Sohn kommt schwer krank zur Welt, der Älteste geht zum Militär, der Mittlere verlässt das Schtetl in Richtung Amerika. Als sich die Tochter mit den Kosaken einlässt, beschließt Mendel ebenfalls zu emigrieren und mit ihr und seiner Frau in New York das Glück zu suchen. Schweren Herzens lassen sie den kranken Sohn zurück. Doch Mendel findet weder Heimat noch Glück. Im Gegenteil: Er verliert beide Söhne im Krieg, die Frau stirbt, die Tochter wird wahnsinnig. Verzweifelt sagt Mendel sich von dem los, was ihm geblieben ist: von seinem Gott. »Alle Jahre habe ich Gott geliebt, und er hat mich gehasst.« Und dann bringt eine Melodie ein unfassbares Wunder mit sich…
Johanna Wehner folgt den Klängen des Romans von Heimat und Sehnsucht und der Frage, wie und mit wem man durchs Leben gehen will – und kann. Die Musik für »Hiob« komponiert Daniel Kahn, der mit seiner Klezmer-Punk-Band »The Painted Bird« bekannt geworden ist.
Schauspielhaus

Premiere 23. April 2021
Regie
Johanna Wehner

Musik
Daniel Kahn und Christian Dawid

Bühne
Volker Hintermeier

Kostüme
Ellen Hofmann

Dramaturgie
Katrin Spira