Im puritanischen Salem gibt es nichts zu lachen: Heimlich beobachtet Pastor Parris Mädchen, wie sie Veitstänze im Wald aufführen. So jedenfalls sieht er es. Die Stunde der Fanatiker schlägt und er bleibt mit seiner Meinung nicht allein: Die Mädchen wecken sexuelle Begierden, die es zu unterdrücken gilt. Abigail Williams, die nach einem One-Night-Stand mit dem verheirateten John Proctor von ihm fallengelassen wird, ist die Anführerin der Mädchen. Tief verletzt übt sie Rache. Sie behauptet, Hexen zu erkennen und setzt damit einen Flächenbrand des Hasses in Gang, bis jeder jeden denunziert. Wer vor Gericht gesteht, bleibt vom Galgen verschont. Wer sich als unbeugsam erweist, wird gelyncht.
Die Hexenprozesse von Salem 1692 dienten Miller als historische Grundlage für sein Drama. Die kollektiven Hysterien und der öffentliche Pranger funktionieren weiter und führen ein effektives Nachleben in den sozialen
Medien: Ob Trump oder Fake News – es sind Trugbilder, die unsere Gesellschaften bedrohen.
Schauspielhaus

Premiere 28. Mai 2021
Regie
Laura Linnenbaum

Bühne
Valentin Baumeister

Kostüme
David Gonter

Video und Musik
Jonas Englert

Choreographie
Lili Mihajlovic

Dramaturgie
Julia Weinreich