Grönland 2104. Die Menschheit steht am Beginn einer hoffnungsvollen Epoche: Der Wiederaufbau nach den Klimakriegen (2074–2091) wurde schneller bewältigt als gedacht, die Nutzung fossiler Energieträger ist überwunden, großflächige Photovoltaik-Anlagen legen sich wie ein Gürtel um den Globus und versorgen alle zivilisierten Gebiete mit Energie. Die Bürger_innen der jungen, unabhängigen demokratischen Republik Grönland erleben eine Zeit, in der ethnische und soziale Bruchlinien des 21. Jahrhunderts überwunden scheinen. Doch dann werfen beunruhigende Nachrichten aus dem alten Machtzentrum Europa einen Schatten auf das grönländische Glück. Berichte über Massaker in den Camps der ostrheinischen Trockengebiete alarmieren die Regierung, die beschließt, dem nachzugehen. Es beginnt eine Odyssee ins Herz eines von Krieg und Naturkatastrophen gezeichneten Europas, das die einstige Freiheit gegen Angst eingetauscht und jeden zivilisatorischen Halt verloren hat. Ein Trip in eine aussortierte Ecke der Welt, wo Grenzen egal sind, weil alles am Rand liegt.
Kammerspiele

Uraufführung 20. November 2020
Regie
Alexander Eisenach

Bühne
Daniel Wollenzin

Kostüme
Julia Wassner

Video
Oliver Rossol

Musik
Sven Michelson

Dramaturgie
Katrin Spira