»Im traurigen Monat November war’s…« als Heinrich Heine zu einer letzten Reise von Frankreich nach Deutschland aufbrach. Station für Station auf dem Weg zu seiner Mutter zeichnet er ein messerscharfes Bild seiner Heimat. Heine – in Deutschland wegen seiner jüdischen Herkunft angefeindet – beschreibt das Land, das ihm nach Jahren des Exils in Frankreich so fremd wie nah ist, aus der Perspektive seines eigenen Zwiespalts: als reaktionäres Land, geprägt von Militarismus und Nationalismus mit einer Sprache, wie sie nicht schöner sein könnte (wenn man sie so zum Klingen bringt wie Heine). Heines Motive sind Heimat, Staat, Religion, Ausgrenzung und Identität – es sind Fragen, die noch immer unsere Diskurse bestimmen und auch heute so explosiv sind, wie sie es für den politischen Autor Heine 1843 waren. Die Regisseurin Regina Wenig unternimmt auf Basis von Heines Versepos eine theatrale Reise durch das Deutschland unserer Zeit und spiegelt unsere Wirklichkeit an Heines poetischen Bildern. Aus dieser motivischen Doppelbelichtung entstehen Reibungen, Widersprüche und Überraschungen.

Das Studiojahr Schauspiel wird ermöglicht durch die Aventis Foundation und die Crespo Foundation.

Box

Premiere 20. September 2020
Termine
So 20.09.2020 16.00
Regie
Regina Wenig

Bühne
Marius Baumgartner

Kostüme
Marielle Sokoll

Dramaturgie
Katja Herlemann, Katrin Spira