Es ist der Augenblick, der das Leben in ein Davor und ein Danach teilt; in dem plötzlich nichts mehr ist, wie es war. Der Alltag gerät aus den Fugen, der Glaube an die Zukunft schwindet, und alles, was bleibt, sind Wut, Verzweiflung und Einsamkeit: der Tod des eigenen Kindes. In »Wieder da« kehrt Gustav eines Tages von einem Skiausflug mit seiner Schulklasse nicht mehr nach Hause zurück. Nach Wochender Ungewissheit und des Hoffensgestehen sich die Eltern ein:Gustav kommt nicht wieder. Sie suchen nach einem neuen Alltag, einem neuen Leben – bis es eines Tages an der Haustür klopft. In surreal-realistischer Weise und knapper Sprache beobachtet Brattberg den Seelenzustand der Eltern in ihren unterschiedlichen Phasen der Trauer – mit all seinen Wiederholungen, Absurditäten und Umkehrungen; während der Ton des Spiels permanent zwischen Tragödie und Farce schwankt und so die Grenzzonen im Umgang mit Tod und Trauer in einer glücks- und erfolgsorientierten Gesellschaft auslotet.
Bockenheimer Depot

Deutschsprachige Erstaufführung
07. September 2019