Allein im Wald, abgekommen vom Weg. Ein Mensch am Nullpunkt. So beginnt Dantes »Inferno« – als Alptraum des eigenen Lebens. Im Höllentrichter begegnen Dante Feinde und Gefährten; Maßlosigkeit, Gier und Verrat haben sie hierher gebracht. Mit ungeheurer poetischer Kraft zeichnet Dante das Grauen der Hölle, die umso erschreckender wirkt, je mehr sie der Barbarei der diesseitigen Welt ähnelt.
Dantes dreiteilige »Göttliche Komödie« hat wie kaum ein anderes Werk die europäische Kulturgeschichte beeinflusst. Tief im kulturellen Gedächtnis Italiens verankert, ist die Rezeption in Deutschland problematischer. Zu verrätselt erscheint der Text hier, zu zahlreich die politischen Anspielungen. Die italienische Komponistin Lucia Ronchetti(*1963) hat sich des ersten Teils, »Inferno«, angenommen und eine Oper für Schauspieler_innen und Sänger_innen komponiert. Mit großer Bläser- und Schlagwerkbesetzung erfindet sie für Dantes Höllenkreise spektakuläre Klanglandschaften.

Ermöglicht durch
Bockenheimer Depot

Uraufführung 18. April 2020
Musikalische Leitung
Tito Ceccherini

Regie
Kay Voges, Marcus Lobbes

Bühne
Pia Maria Mackert

Kostüme
Mona Ulrich

Dramaturgie
Konrad Kuhn, Ursula Thinnes