Drei Menschen in einem abgeschlossenen Raum. Lungenentzündung, Gas und zwölf Kugeln – so sind sie zu Tode gekommen, bevor sie von einem undurchsichtigen Kellner hierher gebracht wurden: in die Hölle, das wissen sie gleich, auch wenn Sartre ohne Höllenfeuer und ähnliches Beiwerk auskommt. Ein Spiel um Macht und Verrat, um Begierde und Hass beginnt. Schicht um Schicht legen sie ihre Niederlagen und Grausamkeiten offen. So unterschiedlich sie sind – Inès, Estelle und Garcin –, sie verbindet ein gemeinsames Ringen um das, was sie sind, was sie sein wollten und als was sie gesehen werden wollen. Wer bin ich, wer sind die anderen? Je nachdem, wie sich der Blickwinkel auf das Vergangene verschiebt, scheinen neue Aspekte ihrer Existenz auf.
Sartre schrieb »Geschlossene Gesellschaft« 1944 unter deutscher Besatzung in Paris. Die Hölle, in der sich seine drei Antagonisten finden, ist für ihn die conditio humana, eine Grenzsituation, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt. Gleichermaßen bitter wie komisch ist daher Garcins Schlussfolgerung: »Also, machen wir weiter.«
Schauspielhaus

Premiere 30. November 2019
Regie
Johanna Wehner

Bühne
Volker Hintermeier

Kostüme
Ellen Hofmann

Musik
Felix Johannes Lange

Dramaturgie
Ursula Thinnes