1939 erschienen, sollte dieser Roman von Großgrundbesitzern und rechtsnationalen Kräften verboten werden: so sehr hatte das Buch die amerikanische Öffentlichkeit aufgewühlt. Steinbeck deckte schonungslos das Elend der Farmer auf, die ihre Heimat Oklahoma aufgrund der hohen Pachtsteuern in Zeiten der »Großen Depression« verließen. Sie wurden angelockt mit dem Traum, in Kalifornien eine bessere Zukunft zu finden. Hunderttausende nahmen für dieses Versprechen den leidvollen Weg über die berühmte Route 66 auf sich, doch dort erwartete sie nur Hunger, Ausbeutung und Fremdenhass. Bei John Steinbeck ist es die Familie Joad, die dieses Schicksal erdulden muss, bis schließlich der jüngste Sohn einen Mord begeht und sich entscheidet, für die Rechte der Migranten zu kämpfen. In einer Art fiktionaler Reportage gelingt es dem Autor, der selbst einen Flüchtlingstreck begleitete, glaubhaft zu berichten, wie Menschen zu Bettlern gemacht werden – er, dessen Vorfahren einst selbst aus Europa nach Amerika als Land der Freiheit geflüchtet waren. Seine parabelhafte Geschichte über den Kampf nach Würde in würdelosen Zeiten bleibt auch heute noch hochaktuell.
Schauspielhaus

Premiere 27. März 2020
Regie
Roger Vontobel

Bühne
Palle Steen Christensen

Kostüme
Tina Kloempken

Dramaturgie
Marion Tiedtke