Eine wundersame Gesellschaft fährt durch die Nacht. In einem Bus. Irgendwo im Gebirge hält Herrmann, der Fahrer, am Straßenrand und stellt eine junge Schwarzfahrerin zur Rede. Erika folgt einer Prophezeiung, sagt sie. Zur Schwarzen Madonna von Tschenstochau will sie. Doch ist sie in den falschen Bus gestiegen, zu Hermann, der Reisende in ein Berghotel bringen soll. Herrmann nimmt ihr den göttlichen Auftrag nicht ab. Als sie zu beten versucht, bricht er ihr die Hand. Mit Erika hat Lukas Bärfuss eine geheimnisvolle Sehnsuchtsgestalt geschaffen, die in dieser morbiden Reisegesellschaft einen Reigen von Liebe, Erlösungssehnsucht und blanker Gewalt auslöst. Ist Erika eine Drogenabhängige, eine durchtriebene Lügnerin oder doch eine Engelsgestalt? Die Menschen im Bus sind Suchende in einer Zeit des Sinn- und Glaubensverlustes. Erika löst in ihnen abgründiges Verhalten zwischen himmlischer Projektion und mörderischer Ausgrenzung aus. Mit hintergründig dunklem Humor und einer bezwingend einfachen Sprache schickt der Autor seine brillant gezeichneten Figuren auf Sinnsuche.
Kammerspiele

Premiere 14. September 2019
Regie
Felicitas Brucker

Bühne
Dirk Thiele Galizia

Kostüme
Irene Ip

Dramaturgie
Volker Bürger