Im Herzen von São Paulo liegt die Praça Roosevelt. Ein beständiger und sich täglich verschärfender Niedergang hat den hässlichen Platz erfasst. Bordelle, Kneipen, eine Bingohalle, eine Änderungsschneiderei und eine Waffenfabrik bilden, gemeinsam mit den dort ansässigen Drogendealern, eine eigenwillige Mischung. Inmitten dieses spannungsreichen Sozialgeflechts prallen unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander.
Dea Loher, eine der bedeutendsten Gegenwartsdramatikerinnen, recherchierte für ihr Stück vor Ort in Brasiliens Finanzzentrum. Es entstand ein eindrucksvolles Tableau tragischer, absurder und obskurer Begegnungen. Angesichts prekärer Arbeits- und Wohnsituationen einerseits, körperlichen und seelischen Verfalls andererseits, regt sich zugleich ein starker Zusammenhalt zwischen den Menschen. Sie kämpfen, angetrieben von ihren Träumen, um ihr Überleben und blicken dabei mal hoffnungsvoll, mal verzweifelt in die Zukunft.
Kammerspiele

Premiere 24. April 2020
Regie
Susanne Wolff

Dramaturgie
Katja Herlemann