In der Zukunft. In 10, 50, vielleicht 100 Jahren hat sich »die Methode« durchgesetzt. Alles ist optimiert, die körperliche Unversehrtheit des Menschen ist oberste Maxime. Jeder folgt vernünftigen Ernährungs- und Lebensregeln, sodass verheerende Krankheiten weitestgehend Geschichte sind. Eine verheißungsvolle Utopie? Oder ein totalitäres System, in dem es ein revolutionärer Akt ist, ein Recht auf Krankheit einzufordern? Wem gehört der Körper? Wo endet die Freiheit des Einzelnen, wenn Gesundheit kollektives Glück verspricht? Juli Zehs Erfolgsroman kommt in einer konzentrierten Form auf die Bühne der Box und in die Klassenzimmer, reduziert auf die beiden zentralen Perspektiven: einerseits die junge Biologin Mia Holl, die sich aufgrund von Trauer und Empathie von der »die Methode« entfremdet und zu einem gesellschaftlichen Risikofaktor wird; ihr Gegenüber der Journalist Heinrich Kramer, Vertreter der offiziellen Position, unnachgiebig, übergriffig, gewaltbereit – einzig dem Wohl des Kollektivs verpflichtet. Auf wessen Seite stehen wir? Wie wollen wir leben?
Box

Premiere 27. Oktober 2019
Regie
Marie Schwesinger

Dramaturgie
Ursula Thinnes